Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, achter Jahrgang 5622 (1861-1862) (1861)
- Date
- 1861-01-01
- Page
- Seite 109 (sequence 133)
- Language
- German
- Belongs to
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- Oran 1× ep/1048048
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109 lichm Necrolog. Er war Präsident der Handelskammer und Vorsteher der israelitischen Eultusgemeinde zu Padua, und hat sich nach beiden Richtungen große Verdienste erworben. Er hatte einen hervorragenden Antheil an der Gründung des Vereins znrBesörderung der Landwirthschast und Industrie in der Provinz Padua. Durchdrungen von dem Einfluß, welchen ein tüchtiger Prediger auf die Gemeinde übt, machte er noch beim Leben der seinigen eine Schenkung von 22,000 österr. Lire, und bestimmte den Zinsgenuß zum Sustentationsbeitrag des anzustellenden Predigers. Unter seinen zahlreichen ferneren Vermächtnissen bessndet sich eine Stiftung von 24,000 österr. Lire zu einem Stipendium für einen Juden, der fich der bildenden Kunst widmet. Zu Mailand starb im vorjährigen Winter vr. Jacob Massarani, als Advocat und Administrator verschiedener gemeinnütziger Institute ausgezeichnet. Sein einziger Sohn Tullo Massarani wurde in das Parlament zu Turin gewählt. Zu Tlemeczen in Afrika starb der tapfere Escadronschef der Spahi's, Rittmeister Leon Alexis Aron, und wurde nach seinem letztwilligen Wunsch aus dem jüdischen Friedhof in Oran unter allen militärischen Ehren zur Ruhe geleitet. Es ist bemerkenswcrth, daß der wackere Krieger seine Laufbahn im Rabbinerseminar zu Metz begann. In Wien starb am 14. Mai 186! Josephine von Königs- Wärter, Gemalin des Bankdirectors Ritter von Königswarter und Vorsteherin des israelitischen Frauenvereins.. Bei reichlichen Mitteln zum Wohlthun besaß sie auch in hohem Grade die Willfährigkeit dazu, und ihrTod wurde von den Bedürftigen aller Confessioneu, namentlich unter der in der Residenz so zahlreich vertretenen Classe der verschämten Armen, lies betrauert und wird noch lange empfindlich verspürt werden. Aber auch ini geselligen Umgänge machte sie einen sehr wohlthuenden Eindrllck, indem sie altösterreichische Gemüthlichkeit mit