Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, achter Jahrgang 5622 (1861-1862) (1861)
- Date
- 1861-01-01
- Page
- Seite 27 (sequence 51)
- Language
- German
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27 In der Provinz Mailand wurde Prospero Finzi, in der Provinz Brescia MosesFinzi zu Syndici ernannt. Die großen Verdienste, welche Salomon Sinigaglia sich um die italienische Seidencultur erworben hat, wurden vom König durch Verleihung des Mauritius- und Lazarusordens gewürdigt. Denselben Orden erhielt Guastalla, der sich um das Armenwesen sehr verdient gemacht hatte. An der Universität zu Bologna wurde Cervetto zum Professor der Geschichte der Medicin, an jener zu Pisa Alessandro d'Ancona zum Professor der Literatur ernannt; und zwar der erstere in Ansehung des ihm vorangegangenen großen Rufes ohne Concursprüfung. Zu Modena hat die dortige Gemeindeverwaltung in die eingesetzten Commissionen zur Hebung des Ackerbaues, zur Verbesserung der Strafanstalten je einen Juden einzesetzt. Für diejenigen, die im Gange der Weltereigniffe ein höheres Walten verfolgen, ist es gewiß bezeichnend, daß einer der letzten Acte des vertriebenen Königs von Neapel, der keine Juden in seinem Königreiche duldete, der war, daß er dem accreditirten Geschäftsträger der Pforte an seinem Hofe, Dr. Spitzer — einem gebornen Oesterreicher — das Großkreuz seines Januarordens verlieh, eine Auszeichnung, die in dem genannten Grade unseres Wissens zuvor noch an kein^Juden von einem Monarchen verliehen worden ist. Es zeugt von dem Gemeinsinn der italienischen Israeliten, daß eine ausschließlich ihren consessionellen Interessen gewidmete Zeitschrift: »rEducatorelsraelita, < bei einer so geringen Anzahl italienisch sprechender Israeliten sich in wachsender Theilnahme erhält. Diese sehr gut redigirte, zuBercelli erscheinende Monatschrist enthält viel Wissenswürchiges über die Fortschritte der italienischen Juden im Gemeindeleben; doch ist uns der Raum versagt, näher darauf einzugehen. Die Juden Piemonts gehen übrigens darin voran. In Florenz beschäftigt man sich schon seit Jahren mit der Erbauung eines neuen Tempels; bis jetzt ist jedoch der mit 300,000 Fr. veranschlagte Bedarf erst zur