Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, siebenter Jahrgang 5621 (1860-1861) (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 278 (sequence 304)
- Language
- German
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278 Kurz darauf schaffte er einen Hund für das Haus an,, der während der Nacht frei im Hof herumlief. Er könne, sagte er zu seinem Bruderssohn, einmal überfallen werden, dagegen wolle er sich bewahren ... In einer mondhellen Sommernacht störte, wie wir bereits erzählten, das Bellen dieses Hundes - den Schlaf der ganzen Gaffe. Droben am Himmel wölbte sich das sternglitzernde Gewölbe, Sternschnuppen fielen leuchtend nieder und verloschen, stille floß das Mondlicht. Drunten aber auf der Erde wimmerte das Thier und konnte nicht zur Rühe kommen. Denn hart neben ihm, draußen vor dem Hause, zu dem er nicht hinaus konnte, auf der steinernen Bank regte und bewegte sich etwas, flüsterten Stimmen, und zuweilen war es, als werde ein leises Wimmern, das einem Kinde anzugehören schien, zur Stille gesprochen ... Das Winseln des Hundes währte die ganze Nacht. Gegen zwei Uhr, als der Mond in seiner ganzen Klarheit über dem Hause stand, öffnete sich oben im ersten Stockwerke ein Fenster und eine Stimme rief: »Wer ist da unten?« Der Hund hatte die Stimme seines Herrn erkannt undschwieg für eine Weile. »Wer ist da unten?« wiederholte es noch einmal oben am Fenster. Keine Antwort. Nur ein leises Wimmern, ein unterdrücktes, aus dem tiefsten Jammer einer Menschenseele kommendes Weinen .. . und der Hund begann seine Klagen auf's Neue. Droben schloß sich wieder das Fenster... Der Mond beginnt sich zu neigen, hie und da verlöschen ganze Gruppen von Sternen, ein kühler Luftzug' erhebt sich,.