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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1860-01-01 · Neue Folge, siebenter Jahrgang 5621 (1860-1861) (1860) · p. Seite 112

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, siebenter Jahrgang 5621 (1860-1861) (1860)
Date
1860-01-01
Page
Seite 112 (sequence 138)
Language
German
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IRI
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112 Auch aus Rußland sind uns diesmal die Nachrichten nur spärlich, wenn gleich durchgängig in erfreulicher Weise, zugeflossen. Bei Gelegenheit der erklärten Volljährigkeit des Thronfolgers wurde einer Deputation der zu St. Petersburg wohnhaften Israeliten die besondere Auszeichnung zu Theil, dem Großfürsten persönlich ein Beglückwünschungsschreiben überreichen zu dürfen. An der Spitze derselben stand der bekannte Ehrenbürger Joseph Günzburg. Der Großfürst empfing die Deputation in huldvoller Weise, richtete Fragen an sie, ihre bürgerlichen Zustände betreffend, und entließ sie mit Aeußerungen vollkommener Zufriedenheit. In St. Petersburg ist bereits ein jüdischer Advocat ansäßig geworden. Es ist Dr. Zereberenny. Bei verschiedenen Gelegenheiten hat Kaiser Alexander seine gerechte und gnadenvolle Gesinnung gegen seine israelitischen Unterthanen aufs neue bethätigt, und es wurden uns einige interessante Züge mitgetheilt. In einer Wallfahrtskirche, welche der Kaiser auf seiner Reise passirte, richtete die Geistlichkeit an ihn die Bitte, er möge die Demolirung einiger den dortigen Juden gehörenden ärmlichen, dem Kloster gegenüberliegenden Häuser verordnen, damit das Gotteshaus einen freien Umkreis gewänne. Der Czar wies das Ansinnen zurück, und empfahl vielmehr die armen Bewohner jener Hütten dem Schutze der Behörden. Zu Sebastopol wurde ein der Krone gehöriges Haus an die Merstbietenden verkauft. Die Judengemeinde brachte das Gebäude an sich, mit dem Vorhaben, ein Gotteshaus daraus herzustellen. Als der Kaiser dies erfuhr, sandte er den ganzen Kaufschilling — zwanzigtausend Silberrubel — mit dem Bedeuten zurück, die Gemeinde möge diese Summe für die Umgestaltung des Hauses der neuen Bestimmung entsprechend ver-

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