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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1860-01-01 · Neue Folge, siebenter Jahrgang 5621 (1860-1861) (1860) · p. Seite 100

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, siebenter Jahrgang 5621 (1860-1861) (1860)
Date
1860-01-01
Page
Seite 100 (sequence 126)
Language
German
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100 I unterricht und die Konfirmation beiderlei Geschlechts zu leiten haben. Zu dem Interessantesten in der Schweiz gehört die Denkschrift, welche der nordamerikanische Gesandte Mr. Fey dem Bundesrath überreichte. Mehreren nordamerikanischen Bürgern war die Niederlassung in der Schweiz auf Grund ihres jüdischen Glaubensbekenntnisses verweigert worden. Dieses Verfahren rief jene Denkschrift hervor. Sie verbreitet sich über die in der Schweiz gehegten Besorgnisse, mit Schacherjuden aus dem Elsaß überschwemmt zu werden. Sie legt sie als eingebildet dar, und weist nach, wie die Zulassung der Juden in den Cantonen Tessin, Wallis, Genf, Waadt, Freiburg, Neuenburg, Bern von keinerlei Nachtheilen begleitet wurden. »Wie kann,« so schließt die Denkschrift, »somit der Unterzeichnete es unterlassen, Protest einzulegen, wenn, dem allgemeinen Beispiel civilisirter Nationen entgegen, und nach der Erfahrung nicht nur anderer Staaten, sondern eines so großen Theiles der Schweiz selbst, daß Beschränkungen so ohne Gefahr beseitigt werden können — wie kann er seinen Protest gegen den Entschluß gewisser Cantone, wie Basellandschaft, Zug und Schwyz zurückhalten, in einer so schweren Kränkung und schimpflichen Unterscheidung gegen eine so große Claffe seiner Mitbürger verharren zu wollen?« Auch der französische Gesandte hat eine Note für Gleichstellung der Juden dem Bundesrath überreicht. Uebrigens stößt auch in der Schweiz jede Intoleranz mehr und mehr auf Widerspruch und der in Baselland gestellte Antrag, den Juden den Viehhausierhandel zu gestatten, wurde nur mit der Mehrheit einer einzigen Stimme, 17 gegen 16, verworfen. In Zürich ist dagegen die Bevölkerung den Juden geneigt, und mall betrachtet dort die Emancipation als eine

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