Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, siebenter Jahrgang 5621 (1860-1861) (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 9 (sequence 35)
- Language
- German
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9 dieses Tractement vor eine Königin zu grob hielten, zumal in einer Sache, die eben nicht viel zu bedeuten gehabt —; der Pöbel zu Hamburg hat ihr auch das Haus gestürmt und so gräulich wider sie gewüthet, daß sie auch über das Dach sich in ein anderes retiriren müssen.« 4) Nach manchen ärgerlichen Auftritten in Hamburg und einem kurzen freudenlosen Besuch in der Heimat kehrte sie nach dem Sitze des kirchlichen Oberhauptes zurück. Je länger Teireira dieser in vielen Beziehungen merkwürdigen Königin diente, desto mehr schätzte und ehrte sie ihn. Nicht oft genug kann sie ihrem schwedischen Geschäftsträger Rosenbach anempfehlen, nichts ohne seine Einwilligung zu unternehmen, seinen Rathschlägen zu folgen, »denn sie sind klug und weise und ich billige.sie.« Allgemein galt er für ihr Factotum und sie machte auch kein Hehl daraus, daß sie ihn über Alles schätzte. »Teireira,« hieß es in einem ihrer Briese an den Grafen Waffenau, einen natürlichen Sohn des Königs Wladislaus von Polen, »hat Ihnen einen so weisen und klugen Brief geschrieben, daß König Salomo selbst ihn nicht hätte besser schreiben können. Ich habe nur noch hinzuzufügen, daß Sie Alles thun, was er Ihnen befiehlt und nichts unternehmen, was nicht mit seinen Ansichten übereinstimmt. Folgen Sie ja den Befehlen Teireira's wie meinen eigenen, denn die lange Erfahrung, welche ich von seiner großen Geschicklichkeit, seinem Eifer und seiner Treue gegen mich habe, setzt mein ganzes Vertrauen in ihn; hüten Sie sich sehr, Etwas ohne seine Billigung auszuführen.« 3) Ihre Verwandten und italienischen Freunde wurden ihrem treuen jüdischen Residenten empfohlen; ihn schickte sie mit Voll- *) Ibid. III., 455. 2) Archenholtz, a. a. O. III., 399, vgl. HL., 465.