Mannheim
Compact Memory

Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1860-01-01 · Neue Folge, siebenter Jahrgang 5621 (1860-1861) (1860) · p. Seite 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, siebenter Jahrgang 5621 (1860-1861) (1860)
Date
1860-01-01
Page
Seite 3 (sequence 29)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2609281-2609294--4375-2611723
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

3 den von jeher- Spanien mußten die Juden meiden, Norwegen darf noch heute kein Jude betreten und in Schweden haben sie sich vor erst etwa achtzig Jahren niedergelassen. Der Held -von Lützen, der am Morgen vor dieser Schlacht das Gelübde ablegte, nicht früher wieder das Schlachtfeld betreten zu wollen, bis er die Bibel im Urtext lesen könnte, Gustav Adolf, der edle Kämpfer für das Princip des Protestantismus, hatte, sei es aus Aberglauben, sei es aus Vorurtheil, nieJuden in seinem Lande geduldet und war nie in Berührung mit ihnen gekommen, außer daß sein Heer ihre Häuser plünderte und mit schwedischer Raubgier über ihre Habe herfiel. Die Königin Christine, seine große Tochter und Nachfolgerin auf Wasa's Thron, war dem Vater in dem Verhalten zu den Juden nicht ähnlich. Oeffnete sie ihnen auch nicht die Thore ihrer Städte, so blieben sie ihr doch keineswegs unbekannt. Einen portugiesischen Juden, Benedict de Castro, ernannte sie zu ihrem Leibärzte; den gelehrten Portugiesen Menasse Ben Israel lernte sie persönlich kennen und ihr Resident, ihr Geschäftsträger, ihr Freund, ja ihr Vertrauter war viele Jahre lang der Portugiese Manuel Teireira. Der spanische Gesandte am schwedischen Hofe, Don Antonio Pimente!, der Christinens Vertrauen im höchsten Maße besaß, der immerwährend um die junge Monarchin war und ihr so wenig Ruhe gönnte, daß sie sogar krank davon wurde, hatte ihr den ehemaligen Landsmann, den aus der Heimat vertriebenen Teireira, als umsichtigen Geschäftsmann empfohlen. Wenig mehr verlautet über ihre Beziehung zu diesem Hamburger Banquier, als daß sie ihn zu ihrem Residenten für dieElbstadt ernannte. Erst nachdem sie als achtundzwanzigjährige Fürstin die schwedische Krone niedergelegt und sich ins Privatlebenzurückgezogenhatte, wurde ihrVerkehrmitTeireiralebhafter. i*

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.