Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, sechster Jahrgang 5620 (1859-1860) (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 236 (sequence 274)
- Language
- German
- Belongs to
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.236 hen, wie sie aus der Schlacht gekommen sind, und die haben uns von den Franzosen erzählt, und was sie für rothe Hosen haben, aber eine Katz' aus dem Tornister hat Niemand gesehen. Herzliebste Eltern und Geschwister bis zu hundert Zähren! was ist doch das Leben vom Menschen! Einem von den Blessirten hat der Fuß, einem andern gar beide Fuße gefehlt und einem dritten sind alle beide Hände weggeschoffen worden. Da ist mir mein Herz stillgestanden. »Marcus Spitz, habe ich zu mir selber gesagt, wenn das dir geschehen möchte? Was möcht' dann aus deiner Profession werden? Mit dem Biffele Eisen, was der Water zu Hause in seinem Gewölbe hat, muß er ja sich und die Familie erhalten. Da wird nicht viel für dich übrig bleiben.« Aber die Mutter Leben braucht sich darüber nicht zu ängstigen, denn wenn jede Kugel treffen könnte, hätte man ja nicht nöthig Krieg anzufangen. Darum lebt wohl Alle und vergesset nicht Euern getreuen und aufrichtigen Sohn bis ins finstere Grab. Marcus Spitz, Mit meinem Lieutenant Moriz Zion muß ich mich doch geirrt haben. Gestern war ich mit dem Rapportbuch bei ihm, und nachdem er gelesen, fragte er mich, was denn meine Eltern wären. Da habe ich ihm gesagt, daß mein Water mit Eisen handelt und manchmal bringen ihm die Bauern auch eine kleine Partie Wolle ins Haus, worauf er gelacht und nichts weiter gesagt hat. Nun frag ich Euch aber, wenn der Lieutenant der wäre, was ich meine, hätte er gelacht und nichts weiter gefragt? Der Obige. Bei Dillafranca, 19. Juni 1859. Herzliebste Eltern und Geschwister Leben bis zu hundert Jahren! Ich leb! ich leb! und Gott dem Allmächtigen im siebenten Himmel sei dafür gedankt, denn er hat mich errettet aus der mör-