Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, sechster Jahrgang 5620 (1859-1860) (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 175 (sequence 213)
- Language
- German
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175 T tritte zu veranlassen. Anstatt vereinzelter Beispiele hatten wir daher nur die Bevölkerungen im Allgemeinen anzuführen, in welchen Gerechtigkeit und Menschenliebe tief genug gewurzelt erscheinen, um Aufreizungen'dieser Art zu widerstehen. Vereinzelte trübe Blüthen, die der Glaubenshaß treibt, können uns in dieser Anschauung nicht irre machen, und wir sehen sie durch entgegenstehende Vorgänge glücklich paralyfirt. Wir unterlassen sie zu registriren, indem wir uns in die aufgestellte Ansicht fügen. Nur Einen Namen wollen wir hier anführen, einem großen Verstorbenen unser kleines Denkmal dankbarer Verehrung weihen: Alexandern von Humboldt. Von sülchen Gefühlen geleitet hat ihm, eben während wir diese Blätter der Presse übergeben, unser Prediger Dr. Zellinek am Schlüsse einer trefflichen Predigt einen beredten Nachruf nachgesendet. Er pries ihn nicht blos als den Gönner so vieler dem jüdischen Volke angehörenden Männer der Wissenschaft, welche heute der Stolz deutscher Forschung sind, als den Mann, der den Muth hatte für die Juden zu sprechen, sondern auch als einen Gott erkennenden Geist, welcher die Idee der Humanität förderte und sie als das Resultat aller seiner Reisen, Forschungen und Entdeckungen aufstellte, sich beziehend auf eine Stelle im Kosmos, wo Humboldt wörtlich sagt: »Wenn wir eine Idee bezeichnen wollen, die durch die ganze Geschichte hindurch in immer mehr erweiterter Geltung sichtbar ist, so ist es die Idee der Menschlichkeit, das Bestreben die gesammte Menschheit ohne Rücksicht auf Religion, Nation und Farbe als einen großen nahe verbrüderten Stamm zu behandeln.« Wir fügen noch einige Erläuterungen hinzu: Als vor einigen Decennien in Preußen die seltsame Idee auftanchte, den Juden eine Art von Lappen in der Form ausschließlich jüdischer Vornamen anznhängen; da war es Humboldt, der sich im königlichen Conseil dem Ansinnen mit aller Energie widersetzte und das nachmals berühmt gewordene Wort anssprach: Man muß den