Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, sechster Jahrgang 5620 (1859-1860) (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 167 (sequence 205)
- Language
- German
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Weit aus einander, über und unter einander wie die Sterne am Himmel bleibt Ihr Euch doch nahe und in Bruderliebe vereint, wie die Sterne am Himmel, preiset vereint euern Schöpfer, wie die Sterne am Himmel Wie schön sind deine Hütten, Jacob! deine Zelte, Israel! Auch noch in Wüsteneien gelagert, erhebt sich über sie das Himmelsgewölbe, sternbesäet, die göttliche Verheißung Dir zurückrufend. Sternbesäet ist das Banner, welcher das jüngste Erdenvvlk stolz emporträgt: Dir, Israel, ältestes Volk auf Erden, gebührt vor Allen das Sternenbanner, Gott selbst erhub es Dir zum Wappenschild. Wie ein verkleideter Herrscher gehst Du im unscheinbaren Gewände, unsanft gestoßen im-'Gedränge einher. So entfalte dein Oberkleid, auf daß sie den Stern der Glaubenstreue aus deiner Brust blitzen sehen, und in Ehrfurcht zuriickweichen! »Und wie der Sand am Meere.« Ist das ein Fluch neben dem Segen? Oder ist es Ein Segen neben dem andern? Grübelnde Theologen mögen darüber entscheiden. Vielleicht ward das Verbindnngszeichen unrichtig überliefert? Vielleicht stand statt des »und« ein oder; auf daß es dem Samen Abrahams anheimgestellt worden, sich zu erheben und zu glänzen wie die Sterne am Himmel, oder zu den Tiefen des Meeres herabzusinken und mit Füßen getreten zu werden, wie der Sand am Meeresgestade. Halte Dich an die erste Verheißung, die nur von Himmelssternen und nicht vom Meeresstrande sprach. Magst Du immerhin zahlreich sein, wie der Sand am Meere; magst Du, wo Du willst, die Liesen der Gotteslehre verkünden, wie der Flugsand die Nähe der Meerestiefen verkündet, aber nimmermehr laß' mit Füßen Dich treten wie der Sand am Meere.