Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, sechster Jahrgang 5620 (1859-1860) (1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- Seite 15 (sequence 53)
- Language
- German
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liebet die Behandlung nichtjndischet Dienstboten. Von Dr. Jellinrk, Prediger in Wien. Mcrimonides in seinem Werke Mseltns Hiora, von den Dienern, Cap. 9 §. 8, und nach ihm R. Moses aus Coucy in seinem Werke Lot'or Mizwot gadol, Gebot 87, sowie R. Jacob den Ascher in ^ur Jore Deah, Cap. 268 (also Autoren des 12., 13- und 14. Jahrhunderts) lehren Fdlgendes: »Es ist ein altes Gebot der Frömmigkeit, daß ein Zeglicher gerecht und milde gegen seinen nichtjüdischen Dienstboten sei, ihm nicht zu harte Arbeiten auferlege, ihn nicht bedränge und ihm von Allem mittheile, was er selbst ißt und trinkt, indem die alten Weisen (wie z. B. von R. Zechanan im Jerusalemischen Talmud erzählt wird) nicht blos von jedem Gerichte, das sie selbst aßen, ihren Dienern gaben, sondern sogar dieselben zuerst speisten, im Sinne des Psalmisten, der ausrust: »Wie die Augen der Knechte auf die Hand ihres Herrn, wie die Augen der Magd auf die Hand ihrer Gebieterin, so schauen unsere Augen zu Gott, unserem Herrn, bis er sich unser erbarmt!« (Ps. 123, 2.) — Auch darf keiner seiner nichtjüdischen Dienstboten verächtlich behandelt werden durch Schläge noch durch ein Wort: zum Dienste, aber nicht zur Entwürdigung hat ihn das Gesetz Dir überlassen! Endlich soll man ihn weder anschreien noch zornig gegen ihn werden, sondern sanftmüthig mit ihm reden, seine Einwürfe, Rechtfertigung und Entschul-