Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, fünfter Jahrgang 5619 (1858-1859) (1858-1859)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 324 (sequence 368)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2609281-2609290--4028-2611374- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
324 Zustände nicht wesentlich verändert. Bei einer Industrieausstellung^ welche im vorigen Jahre in Ferrara im Kirchenstaate stattfand, erhielten von den acht jüdischen Ausstellern sechse Medaillen und die andern zwei wurden ehrenvoll erwähnt. Das Handelstribunal zu Bologna hat aus Anlaß eines vorgekommenen Falles die Entscheidung gefällt, daß jüdische Handelsleute nicht verhalten werden können, ihre Wechsel an einem ihrer Festtage einzulösen. Wir finden diesmal auch Einiges über Portugal und Spanien zu sagen. Seit Abschaffung der Inquisition haben die Juden wieder Zutritt in Portugal erlangt. Ihre Anzahl in Lissabon beträgt bereits 2000. Sie haben daselbst drei Synagogen, worunter eine prachtvolle. Ein großer Theil kam aus Gibraltar und der Berberei, andere aus Frankreich und England. Auch in Oporto ist eine kleine jüdische Gemeinde. Unter der gegenwärtigen Regierung wird der Aufenthalt der Juden in Portugal nicht beanständigt; vielmehr hat sich der König ihnen günstig bezeigt, und äußerte in Betreff ihrer, daß es hier einen Flecken aus der Geschichte des Landes auszutilgen gebe. Nach Spanien wurde im v. I. der Jsraelite Carvallo, Chef-Ingenieur der französischen Südbahn, berufen, um die Oberleitung der Canalisation des Ebro zu übernehmen. Dieses großartige Unternehmen war schon von Kaiser Carl III. beschlossen worden, konnte aber dennoch bis zum heutigen Tage nicht zur Ausführung gelangen. In einem Briefe an Hrn. Bloch, den Herausgeber des »Univers israelite« in Paris, schreibt Hr. Carvallo, daß er wegen seines Glaubens, ungeachtet er ihn laut bekannte, nicht die geringste Beanständigung erfahren habe. Auch finde er in den spanischen Sitten nicht mehr religiöses Borurtheil als in den meisten Departements Frankreichs. — Dem königl. spanischen Consul in Wien, Hrn. Theodor Bauer, hat soeben die Königin den