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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1858-01-01 · Neue Folge, fünfter Jahrgang 5619 (1858-1859) (1858-1859) · p. Seite 271

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, fünfter Jahrgang 5619 (1858-1859) (1858-1859)
Date
1858-01-01
Page
Seite 271 (sequence 315)
Language
German
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271 einmal für den Kirchenstaat ausgesprochen. Der apostolische Missionär Z. M. Vicentius sagt in seinem Werke il messia venuto: Cosa mirabile dicono i dottori: che staute lo statuto che nessuno sia eletto ad offici che non sia dh’oto alla santa romana chiesa, i Giudei in virtü di tale statuto non vengono esclusi di quegli offici, perche possono dirsi i fideli e devoti alla santa chiesa romana si pacificamente conversano o vivono fra di noi. Die erhabene, vornrtheilsfreie Gesinnung, die wir im vorigen Jahrgänge in dem Benehmen des jetzigen Oberhauptes der katholischen Christenheit gegen den jüdischen Bildhauer Gutmann darlegten, hat sich in diesem Jahre in einer ausgezeichneten Gnadenbezeigung bewährt, welche der Papst Pius IX. dem Kupferstecher Wiener zu Brüssel, einem Israeliten, angedeihen ließ, indem Se. Heiligkeit ihm eine werthvvlle Camee in Anerkennung seiner der Kunst geleisteten Dienste zu übersenden geruhten. Ein noch glänzenderer Beweis dieser erhabenen Denkungsart ergibt sich in dem anerkennenden Schreiben Sr. Heiligkeit an den Historiker Jasse, über die von demselben herausgegebenen Regesten. Wir verdanken die Mittheilung dieses Schreibens unserm gelehrten Mitarbeiter Dr. Bärwald und ist dasselbe in dem Aufsatz «Juden als deutsche Historiker« im gegenwärtigen Jahrgange (S. 141) nachzusehen. Es geschah wohl auch im Hinblick auf die milde persönliche Denkungsart des kirchlichen und staatlichen Oberhauptes, daß die römische Municipalität bei der im vorigen Jahre erfolgten Rückkehr von einer Rundreise unter die jüdischen Armen 200 Scudi vertheilen ließ, und daß in Ferrara die besseren Stände mit jüdischen durch Bildung und Stellung ausgezeichneten Notabilitäten in freundlichen Beziehungen stehen. Sehr erfreulich ist es auch aus Baiern, woselbst die mittelalterliche Behandlung der Juden in Bezug auf das Matrikelwesen von der herrschenden Duldung keinen

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