Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, fünfter Jahrgang 5619 (1858-1859) (1858-1859)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 262 (sequence 306)
- Language
- German
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262 Volk, seinem hochverehrte», mit freudigem Stolze Freund genannten Herrn Dr. Nathan Lilienberg, Vorstand der Schulsection bei der Cultusgemeinde in M.« Für unfern Freund haben sich also die drei Dinge, die er in so unvermutheter Weise gefunden, glänzend bewährt. Zn seiner Anstellung hochgeachtet und nach seinem wahrhaften Werthe geschätzt, fühlt er sich zu Hause von treuer Liebe gehegt und gepflegt, die immer heiter, immer mit dem Lächeln innigster Befriedigung jeden Raum, ja jeden Winkel seiner Häuslichkeit durchwärmt und durchleuchtet. Eine Frucht dieser Stimmung, zu welcher der sichere Besitz des großen Adelung auch sein Schärflein hinzugibt, mag jener »analytisch-kritische Baustein« zum gewaltigen Prachtbau unserer Sprache sein! Die gelehrten Baumeister werden diesen Stein, wenn er auch nicht bestimmt ist, die Gewölbkuppel zu tragen, gewiß nicht verschmähen. Noch ein Viertes, Fünftes und Sechstes ist im Lause der Jahre hinzugekommen, für welches die alte Federschleißerin ihre frühere Thätigkeit wieder ausgenommen hat! Sie behauptet nämlich mit großer Entschiedenheit, nur darum sehen die Sprößlinge des Herrn Arnsteiner (sie spricht ihn nie anders als so an, denn sie hat die Ehrfurcht vor ihm bewahrt) so frisch und gesund aus, weil sie einen guten Schlaf hätten, und dieser gute Schlaf rühre von den Federn her, die ihnen die »Babe« für ihr Bettlein bereitet. Sonderbar! Julius Arnsteiner hat es nie unternommen, an der stehengebliebenen Bildung seiner Frau weiter fort zu bauen; nicht einmal zu einem kleinen Versuche hat er es gebracht. Dennoch behauptete er schon mehrmals zu seinem Freunde Dr. Attenberg, dem Schulsectionsvorstande, seine Frau wisse im kleinen Finger mehr, als hundert andere, die er selbst unterrichtet, sie besitze den »Jnstinct der Bildung.«