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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1858-01-01 · Neue Folge, fünfter Jahrgang 5619 (1858-1859) (1858-1859) · p. Seite 179

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, fünfter Jahrgang 5619 (1858-1859) (1858-1859)
Date
1858-01-01
Page
Seite 179 (sequence 223)
Language
German
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IRI
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179 Am Anfänge dieses Jahrhunderts war es also, daß man die Jude» mir ihren Handlungen aus der »Stadt« (so wird die Christenstadt genannt) in's Ghetto verwies. Dort blieb nur noch ein Geschäftszweig, nämlich das Wechselgeschäft, aus dem einfachen Grunde, weil es keine christliche Concurrenz hatte. Doch trotz der Verweisung ins Ghetto blühte der Handel der Krakauer Inden, und bestritt die mäßigen Bedürfnisse in reichlichem Maße. Im Ghetto, mit sieben Synagogen und drei Bethhamidruschien, war das friedliche und glückliche Leben, ausschließlich konnte man sagen, der Familie und der traditionellen Lehre gewidmet. Dies beweist die Lebensart der Männer, die nur einen Theil ihrer Zeit täglich dem Geschäfte widmeten, während sie den anderen, oft weit beträchtlichere» im Bethhamidrosch verbrachten. Wie viel mehr sie ihr Augenmerk auf diese Lehre und die Vervollkommnung in ihr, als auf das Geschäftsleben und den Aufschwung des Handels richteten, beweist auch ferner die fast verkehrte Erziehung der Jugend. Mit vier Jahren wurde der Knabe ins Cheder geschickt. Schnell wurde das Lesen gelernt und die Abel «»gefangen. Oberflächlich und flüchtig diese durchnehmend (wir haben es hier mit Chaffidiin zu thun) ward der Knabe zum »Verhör« vor einem Rabbi vorbereitet, nach dessen günstigem Verlause letzterer gewöhnlich seine Meinung dahin abgab, das »Vocherl« könne schon Gemara anfangen, lind nun wurde unverzüglich das Talmudstudium ausgenommen und »gelernt.« Diese Studien dauerten bis in das 16. oder 17. Jahr, da der kaum gereifte Jüngling verheirathet wurde. Nach der Hochzeit folgten die Jahre der »Kost«, wo das junge Ehepaar bei den Eltern des Mannes in Kost und Quartier war. Erst mit dem Ende der »Kostjahre« entschied ein Familienrath über den künftigen Erwerbszweig des jungen Mannes. Entweder wurde ihm ein ii *

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