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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1858-01-01 · Neue Folge, fünfter Jahrgang 5619 (1858-1859) (1858-1859) · p. Seite 168

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, fünfter Jahrgang 5619 (1858-1859) (1858-1859)
Date
1858-01-01
Page
Seite 168 (sequence 212)
Language
German
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168 netten Gesichtspunkt bei wissenschaftlichen Bestrebungen zu betonen. Es wird uns wohl Niemand die Absurdität unterschieben, auf eine jüdische Schule unter den deutschen Historikern hingewiesen zu haben. Was wir gesagt haben, sollte vielmehr darthun, daß der Jude durch sein Bekenntniß nicht gehindert ist, der Wissenschaft mit Erfolg zu dienen, daß er dadurch nicht gehindert ist, ein Deutscher zu sein in seinem Fühlen und Denken, in seinem Wollen und Thun. Und wahrlich, wenn irgend etwas das beweisen kann, so ist es das Bild des Mannes, der, während draußen die Revolutionsstürme toben, während in der Hauptstadt der katholischen Welt die Ehrfurcht vor dem Oberhaupte der Kirche geschwunden ist, und der Papst verkleidet aus Rom entfliehen muß, fern im Norden in engem Studierzimmer sitzend, sich in die Geschichte des Papstthums versenkt und ein Werk zu Stande bringt, welches das Derständmß der Kirchengeschichte befördert und der deutschen Wissenschaft aller Orten Ehre macht. Und was bewegt ihn zu diesen Studien? Nicht das Streben nach materiellem Gewinne! — Streng gelehrte Arbeiten gewähren ihn nicht. Auch nicht die Aussicht auf Beförderung im Staatsdienste: für den Juden ist sie ja nicht vorhanden.') Es ist *) Seit Moses Mendelssohn hat sich wohl sehr Vieles in der bürgerlichen Stellung der Juden verbessert, in mancher Hin. sicht aber sind sie doch, im deutschen Vaterlande wenigstens, in einer Stabilität geblieben, um die man uns nicht beneiden wird. Noch heute könnte jeder wissenschaftlichen Studien obliegende Jude von seiner Lage sagen, was Mendelssohn vor fast hundert Jahren an Lavater schrieb: »In der Lage, in welcher ich mich befand, durfte ich von den Wissenschaften nicht den geringsten Vortheil erwarten. Ich wußte gor wohl, daß für mich auf diesem Wege einglückliches Fortkommen in der Welt nicht zu finden sei. Und Vergnügen? O, mein werthgeschähter Menschenfreund, der Stand, welcher meinen Glaubensbrüdern im bürgerlichen

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