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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1858-01-01 · Neue Folge, fünfter Jahrgang 5619 (1858-1859) (1858-1859) · p. Seite 145

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, fünfter Jahrgang 5619 (1858-1859) (1858-1859)
Date
1858-01-01
Page
Seite 145 (sequence 189)
Language
German
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145 immlich ist, eine kernhaste nationale Gesinnung in immer weitere Kreise. Um von streng wissenschaftlichen Arbeiten wie die von Waitz, Giesebrecht, Köpke und Dönniges bearbeiteten und von Ranke herausgegebenen Jahrbücher des deutschen Reiches unter den sächsischen Kaisern, Jaffö's Geschichte Lothars und Conrads III-, Sybel's Geschichte des deutschen Königthums und des ersten Kreuzzuges, Waitz' deutscher Derfassungsgeschichte und anderen zu schweigen, so wären selbst für das größere Publicum berechnete Bücher, wie z. B. Giesebrecht's Geschichte der deutschen Kaiserzeit oder Büdinger's österreichische Geschichte ohne die Monumenta Germaniae gar nicht denkbar. In Schulen und Universitäten ist der deutschen Geschichte eine größere Aufmerksamkeit gewidmet; denn das ist vor Allem die Frucht der von der Gesellschaft für ältere deutsche Geschichte ausgegangenen Anregung, daß es deutscher Patriotismus ist, der zum Studium der deutschen Geschichte ansporüt und seinerseits von diesem gekrästigt wird, daß man sich im deutschen Vaterlande endlich gewöhnt hat, die großen Begebenheiten der Bergangenheit und der Gegenwart von deutschem Gesichtspuncte aus zu betrachten. Es verdient nun doch einmal hervorgehoben zu werden, wie diese Anregung auch an den Juden in Deutschland mit Nichten spurlos vorübergegangen ist. Nicht als ob das irgendwie auffallend wäre. Es ist ganz unmöglich, daß der Jude in Deutschland sich anders denn als einen Deutschen fühle und denke. Wie jeder Deutsche verdankt auch er dem Vaterlande nicht weniger als — Alles. In diesem Boden wurzelt seine ganze materielle und geistige Kraft. Das Land, in dem er geboren, wo ihm die Sonne zuerst geleuchtet, wo die Natur mit ihrem geheimnißvollen Zauber zuerst sein Gemüth erhoben hat, das Land, dessen Sprache von Jugend auf seinen eigensten Empfindungen Ausdruck verliehen hat, dessen Dichter die edelsten Jahrb. f. Jsr. 1859. 10

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