Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, fünfter Jahrgang 5619 (1858-1859) (1858-1859)
- Date
- 1858-01-01
- Page
- Seite 52 (sequence 96)
- Language
- German
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52 unumwunden demuthsvoll: »Wahrlich Chija ist größer denn ich, denn er hat Verdienste um die Kinderschulen.« — Was sollen wir von Aba Areka (gewöhnlich Nab genannt), dem großen Amoraiten, sagen, dessen pädagogische Grundsätze jedes Zeitalter zieren, was von R. Ami, R. Assi, R. Hamnuna und all den zahllosen Jugendfreunden, wenn die vornehmsten Männer sich um ein »Ehrenamt« bewarben, die Ordnung der Schüler beim Gange aus der und in die Schule zu überwachen. Was Wunder wenn der Jugendunterricht ein ergänzendes Stück Judenthum, und das ein so wesentliches geworden war, daß man lange nicht darüber einig werden konnte, ob in der Kenntniß, ob in der Uebung der Schwerpunct des Judenthums liege. Natürlich hatte sich im Laufe der Jahrhunderte eine vortreffliche Schulversassung herausgebildet, von der einige Puncte unter Vergleicyung mit dem gegenwärtigen Schulwesen hervorzuheben wir dem Leser nicht vorenthalten dürfen: Jede Gemeinde bestellt aus eigenen Mitteln Kinderlehrer, welche die lernfähige Jugend bei sich versammeln. Der Unterricht auf offener Straße wird verboten, daftir genießen Lehrhäuser eigene Miethrechte. Eine Schulclasse darf 25 Scküler aufnehmen, steigt die Zahl aus 40, so ist noch ein Unterlehrer aus Gemeindekosten anzustellen; 50 Schüler erheischen 2 Oberlehrer. (Wir find dagegen so fortgeschritten, daß man oft vor Schülern die Schule nicht sieht.) Größere Gemeinden werden in Schulbezirke mit gesonderten Lehrhäusern getheilt, und in Jerusalem sammt Umgebung sollen 481 Kinderschulen gewesen sein; der Uebertritt von einem Bezirke zum andern, der Lehrerwechsel wird für Jünger der Hochschule als ersprießlich angerathen, für Elementarschüler als verderblich untersagt. (Ei! da denken jene Damen anders, die mit Lehrern so oft wie mit Handschuhen wechseln, und wobei Lehrer- und Handschuhzahl gewöhnlich in geradem Verhältnisse zu einander stehen.) Der Lehrer muß verheirathet sein, theils damit er selber Vatergesühle