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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1857-01-01 · Neue Folge, vierter Jahrgang 5618 (1857-1858) (1857-1858) · p. Seite 382

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, vierter Jahrgang 5618 (1857-1858) (1857-1858)
Date
1857-01-01
Page
Seite 382 (sequence 421)
Language
German
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382 Mosel lächelte schelmisch. »Und noch Eins,« sagte der Soldat, »glaubst Du denn, Du hättest uns Allen, und mir besonders, so gefallen, wenn Du weniger fein und lieblich bei uns aufgetreten wärst?« »Red' mir nichts ein,« rief Rosel, plötzlich ernst werdend, »red' mir nicht etwas ein, was ich erst jetzt ganz verstehe, wie verkehrt und thöricht es gewesen. Gott hat es mit mir gut gemeint, daß er mich gerade zu Euch geschickt hat. Wäre ich zu andern Leuten gekommen, die hätten mich entweder geschont und mir geschmeichelt, oder mich ausgelacht. Beides hätte mich noch mehr verdorben , als ich schon war. Weißt Du wer eigentlich Schuld daran ist, daß ich so geworden bin? Mein armer Water, der war Zahre lang krank, und meine Mutter hat sich wenig um mich kümmern können. Da war ich mir allein überlassen, und konnte thun, was ich wollte, lernen und auch nicht lernen, stricken und nähen, und auch nicht, wie es mir gerade in den Sinn gekommen ist. Ich habe einen Lehrer gehabt, er heißt Julius Arnsteiner, der sagte immer, wenn ich einen Fehler in der Sprachlehre oder im Dictando machte: »Wollen Sie eine Bäuerin einmal werden, die nichts weiß als Erdäpfel essen, und keine andere Kenntniß im Kops hat, als wieviel Milch sie von der Kuh bekommt?« »Der war dein Lehrer, Mosel Leben?« unterbrach sie Joffes zornig. »Ein schöner Lehrer! Dem sollte man ja das von Amtswegen verbieten, daß er seinen Schülern solche Dinge vorsagt. Wie sollen denn die Leute dann Lust haben, sich ein Feld zu kaufen, wenn der Lehrer ihnen solche Lügen einredet? Wenn es noch wahr wäre! Aber sieh' Dir meine Mutter an. Ist das eine Bäuerin, die nur so beschaffen ist, wie dein Herr Julius Arnsteiner gesagt hat?« »Deine Mutter,« fiel das Mädchen ei», »ist's ja eben, die mir gezeigt hat, was ich werden soll. Und wenn ich heute noch ster-

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