Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, vierter Jahrgang 5618 (1857-1858) (1857-1858)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 366 (sequence 405)
- Language
- German
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366 len in der Nacht wachte nämlich Rebb Feiwel auf, was ganz gegen den gewöhnlichen Gang seiner Natur war; denn nach Gitels Ansspruch war es nur einmal während ihrer dreißigjährigen Ehe, daß er von seinem Schlaf, wie »ein zugebundener Sack Erdäpfel« eineAusnahme gemacht, nämlich als er die »große« Krankheit (zur Buß gesagt) überstand. »Eitel,« rief er erst leise, dann immer lauter, »bist Du auf, daß man mit Dir ein Mörtel reden kann?« »Gott, Lebendiger! Du bist doch nicht etwa krank geworden?« schrie die Bäuerin, schlaftrunken in die Höhe fahrend; sie war erst kurz zuvor, nachdem sie in Sorgen und Kummer lange dagelegen, in einen leichten Schlummer gesunken. »Mir fehlt nichts,« sagte der Bauer mit klarer Stimme, was in der Nacht gleichfalls zu den Seltenheiten gehörte, »aber unserem Zossef fehlt etwas, und das will mir nicht aus dem Kopfe.« »Hat er Dir auch gesagt,« rief Eitel, »daß er wieder unter die Soldaten will?« Den alten Bauer schien dieseMittheilung nicht im Geringsten zu überraschen. Nach einer guten Meile schlug er ei» lautes Gelächter auf. »Will er wieder?« rief er dazwischen. »Du wirst sehen, er wird sich seinen Feldwebel schon vergehen lassen.« »Du wirst ihn doch nicht mitGewalt zwingen wollen?« meinte Eitel trocken. »Dazu ist das Jüngel doch ein zu großer Jung'.« »Wenn er's nicht gutwillig thut,« sagte der Bauer lustig, »so muß man ihn zu seinem Glücke zwingen.« »Red' teutsch mir mir, Feiwel,« sprach Eitel. »Ich Hab' ihm einePrinzessin zur Frau bestimmt,« meinte der Bauer, dessen Stimme zum leisen. Flüstern geworden war. »Mir scheint, Feiwel,« sagte die Bäuerin, »Du hast einen