Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, vierter Jahrgang 5618 (1857-1858) (1857-1858)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 292 (sequence 333)
- Language
- German
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292 So lebt von seinen Früchten Tag für Tag Das »gute Elend« unter Müh' und Plag'. Da kam der Winter — »Elend« w nrde krank — Und als der Frühling in die Thäler sank, Am Baumeswipfel trat die Blüth' herfür, Da stand der Tod vor »guten Elends« Thür. — Es spricht: »O Tod, zoll' mir noch Eine Güte! Vom Baum herab hol' mir noch eine Blüthe, Daß ich in seines süßen Duft's Geleite Hinüber zu dem ew'gen Frühling scheide!« — Tod sprach: »Ich will!« — Es machte selbst ihm Schmerz^ So früh zu brechen solch' ein gutes Herz! — Er stieg hinauf — da hob die matte Hand »Elend« zur Höh' — da war der Tod gebannt; Er ruft und bittet flehentlich und schwört — Das »gute Elend« selbst den Tod erhört, Doch einzig unter der Bedingung nur, Daß er beim ew'gen Gott ihm leiste Schwur, Niemals zu tilgen seines Lebens Hauch — Denn leben — leben will das Elend auch! — Und seinen Schwur gehalten hat der Tod — Und nicht zu End' geht Elends Sein und Noth. Es heißt — doch, ach, der Zeitpunkt ist noch fern - Da wird, eh' kommt der große Tag des Herrn, Elias wiederkehren — und wo Raft Er fand, die Hütte macht er zum Palast!