Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, vierter Jahrgang 5618 (1857-1858) (1857-1858)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 279 (sequence 320)
- Language
- German
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279 Als der Schatz, den wir bewahren. Nur wenn einst der Tempel Schiro Wird erbaut, kann solches Kleinod Auf dein heil'gen Altar prangen. Und nun soll des lügenhaften Mahoms Schatzgewölb' es zieren? Denn sieht es der Vezier, glaub' mir, Wird er nimmer es uns lassen, Und mit schnödem Gold erkaufen, Was uns niemals feil gewesen, Selbst Ln schwerster Armuth Nöthen.« Dem entgegnet Rabi Perez: »Wie kannst du so schwach an Glauben, Wo es gilt ihn fest zu wahren, Weib'schem Kummer dich ergeben? Uns ja nicht gehört der Becher, Der Prophet des wahren Gottes Wird ihn vor dem falschen schützen. Nichts geschieht ja, was dem Nathschluß Gottes ist entgegen. Darum Fürchte nichts, wie ich nichts fürchte. Doch nicht freventlichen Leichtsinns Wollen wir den Herrn versuchen. Laß uns drum, wenn's Nacht geworden, In dem Gärtchen uns'res Hauses, Wo der Brunnen steht, umschattet Von Cypreffen, Terebinthen Und dem Rosenstrauch aus Schiras, Graben eine tiefe Grube, Drein die Truhe mit dem Becher Wir versenken. Keiner weiß Außer nns'ren Glanbensbrüdern Von dem Schatz, den wir besitzen, Kein Verräther ist darunter, Und der wilde Moslim wird Bei so armen Leuten sicher Nicht nach Kostbarkeiten suchen.