Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, vierter Jahrgang 5618 (1857-1858) (1857-1858)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 252 (sequence 293)
- Language
- German
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252 lehren und Wahrheiten an sich oder der lauteren Quellen, woraus sie entnommen, sei es der inhaltreichen Begebenheiten und Thatsachen, die im Laufe der Weltgeschichte Einfluß auf unsere Glaubcnsgcmeinschasi und auf die Entwickelung des Lehrgehalts geübt haben. Für Erwähltere, die in die Hallen der jüdischen Wissenschaft bereits eingetretcn, find die noch so vielfach verborgenen Schätze, welche in den gediegenen Werken unsrer Altvorderen sich vorfinden, ans Licht zu ziehen und gehörig zu verarbeiten. Nur einseitige Oberflächlichkeit könnte Forschungen dieser Art das allgemeine Verdienst absprechen wollen. Wie die ausgehende Sonne erst nur einzelne höhere Berggipfel beleuchtet, bis sie ihre wohlthätigen Strahlen allgemach auch den übrigen Höhen, und endlich den Thälern und Niederungen mittheilt, so liegt es in berNatur der Sache, daß manche Aufhellungen und Veröffentlichungen einzelner Gegenstände der hebräisch-aramäischen Sprach- und jüdischen Alterthumskunde anfänglich nur in kleineren Kreisen Anklang und Verständniß finden müsse», allein — was wäre denn in der Wissenschaft geringfügig? Auch der scheinbar unbedeutendste Fund, der lang übersehene und jetzt neu edirte alte Autor kann wieder durch Vermittelung Anderer endlich zur höchsten Belehrung und zum allgcmeinenFortschritt beitragen. »In deinem Lichte werden auch wir Licht schauen« (Pf. 36, 10); in und mit dem Wissen Einzelner wächst die Erkenntniß Aller! — Nach außen hin soll die von vielen Seiten theils aus Unkenntniß, theils aus Uebelwollen sowohl in vergangenen als in gegenwärtigen Tagen so häufig verkannte und geschwächte Religion und ihre Bekennerschast in ihrem wahren Lichte dargestellt werden. Der tiefe sittliche Ernst und die feste Ueberzeugungstreue, welche die Lehrer des Judenthums selbst in den finstersten Jahrhunderten auf eine Weise beseelte, wie kaum anderswo gleiche Beispiele aufzufinden sind, muß geschildert und hervorgehoben werden , um jene mächtigen Vorurtheile zu beseitigen oder mindestens