Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, vierter Jahrgang 5618 (1857-1858) (1857-1858)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 246 (sequence 287)
- Language
- German
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246 meinen an. Er bemerkte, er habe nie einen nur irgend stichhaltigen Grund gegen die Zulassung jüdischer Mitglieder gehört. Als Haupteinwand mache man den christlichen Charakter des Hauses geltend, als ob es im Sinne christlicher Liebe gehandelt sei, einer Bolksclasse das zu thun, was man selbst nicht gern ertragen würde. Seitdem er im Amte ist, habe er oft Gelegenheit gehabt, sich der Zustände in Bezug auf die Stellung der'Juden herzlich zu schämen. Zuden seien es gewesen, die in dringender Noth dem Bedürfmß des Landes in sehr ehrenwerther Weise entgegenkamen. Er könne nicht anders als hoffen, daß die Maßregel eine große Majorität erlangen, und daß das Oberhaus, dem Impulse eines neuenParlaments nachgebend, endlich gestatten werde, das nur zu lange verzögerte Werk auszuführen, und den letzten Ring in der Kette mittelalterlicher Barbarei undllnduldsamkeit zu brechen. Die Motion ward sehr beifällig ausgenommen, und die einflußreichsten Journale theilen die von dem Premier ausgesprochenen Erwartungen. Dem abgetretenen Lord-Major Salomens wurde die seltene Auszeichnung der feierlichen Aufstellung seines Bildnisses zu Guildhall zu Theil. Noch in den letzten Tagen seiner Amtswirksamkeit befürwortete er auf das wärmste, daß der abscheuliche Gebrauch am Guhfawkes-Tag, das Zerrbild eines katholischen Priesters durch die Straßen zu schleppen, abgestellt werde. — Joseph Salomons — blos ein Namensverwandter des Genannten — hat die zwei ersten Preise an der Londoner Universität erhalten. Lord Fortescue, der Dicekanzler der Universität, wünschte ihm und noch einem jungen Israeliten, der einen Preis erhalten, Glück, daß es ihnen Vorbehalten war, so schnell und so evident die Zulassung aller Confesstonen zur Universität zu rechtfertigen. Auch des glänzenden zu London in der Familie Rothschild begangenen Hochzeitsfestes wollen wir hier gedenken: nicht etwa weil dieses Fest durch die Anwesenheit der höchstgestellten Personen aus-