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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1857-01-01 · Neue Folge, vierter Jahrgang 5618 (1857-1858) (1857-1858) · p. Seite 244

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, vierter Jahrgang 5618 (1857-1858) (1857-1858)
Date
1857-01-01
Page
Seite 244 (sequence 285)
Language
German
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IRI
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244 die christlichen auf Staatskosten erzogen. Unter den vorgeschlagenen Kandidaten zu Landtagsabgeordneten finden sich viele Juden. Auch zu Geschwornen und Communalbeamten werden sie häufig erwählt. Das jüdischeGemeinwesen ist genau geregelt. Die Sträflinge brauchen am Sabbath nicht zu arbeiten. Die Anzahl derselben ist nicht halb so groß, als sie im Verhältnis der Population sein müßte. Aus dem Lande gibt es nur wenig Juden, welche nicht neben ihren sonstigen Gewerben auch Acker- und Gartenbau treiben. Auch an eigentlichen Bauernwirthschaften fehlt es unter ihnen nicht. Handwerk, Fabriksindustrie und Exporthandel werden in schwunghafter Weise von Juden betrieben; Gymnasien und Bürgerschulen von der jüdischen Jugend stark frequentirt. An wohlthätigen Vereinen ist in den Gemeinden kein Mangel. In Hannover hat sich der König zum Großmeister allerFreimaurerlogen unter der Bedingung des Ausschlusses der Juden ernennen lassen. Die Logen anderer Länder haben dagegen remvnstrirt. Die Juden Sachsens haben an dem im verflossenen Jahre verstorbenen Hofrath Med. Dr. Ritter von Wolff einen sehr würdigen Glaubensgenossen und Vertreter ihrer Rechte verloren. Er war es, der im I. 1833 sich in einer lichtvollen Denkschrift gegen die von Seite der Regierung beantragte Verlegung des Samstags auf den Sonntag aussprach. In Leipzig wurde zum ersten Male ein Jude — Wallerstein aus Dresden — dem Buchhändlergremium incorporirt. Der Abgang des Predigers Jellinek nach Wien wird von der israelitischen Gemeinde zu Leipzig sehr beklagt. Mecklenburg und Sachsen-Meiningen wetteifern in intoleranten Vorgängen. In Hamburg hat der hochverdiente Prediger Salomon seine vierzigjährige Laufbahn beschlossen, und sich von dem Predigtamte zurückgezogen.

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