Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, vierter Jahrgang 5618 (1857-1858) (1857-1858)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 202 (sequence 243)
- Language
- German
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202 Erziehung. Die Bestrebungen der vorgenickten und von erleuchtetern Führern geleiteten Gemeinden sind dahin gerichtet, die Zugend zu bilden und dem Elend zu helfen. Der Anfang ist gemacht, und der angebahnte Fortschritt dürfte im Jahrhundert rasch fortschreitender Civilisation ein schneller sein. Was wir im Interesse der Communen wünschen, das sind Führer, die Geist und Energie zu ihrer Aufgabe befähigen. — Um vorwärts zu kommen, darf man nicht an den Gemeindewagen Krebse spannen. Bon Finsterlingen darf man kein Licht, keinen Schutz für Aufklärung erwarten. Wo Borstätide mit der Dergangenheit liebäugeln, da können Gemeinden, die solche Männer an ihre Spitze stellen, schlafen gehen. Wir sagen dies mit gutem Bedacht und einem Seitenblick aus manche ungenannte Städte und Städtchen, wo man mit aller Gewalt das tagende Licht ausblasen möckte. Den Schuldirectoren würden wir, um die Jugend in Moral und Glauben zu bestärken, und bei der jüngern Generation nach und nach das Verlangen nach einem geregelten Gottesdienste und Kanzelredner wachzurusen, gottesdienstliche Borträge für ihre Schüler empfehlen. Vielseitig wird den galizischen Juden der unbedachte Vorwurf gemacht, daß sie ihre Thätigkeit ausschließlich dem Handel zuwenden. Wohin sonst dürften sie ihren Fleiß tragen? Die Aufnahme in die Zünfte ist ihnen erschwert, und jüdische Arbeiter müssen oft lange warten und darben, bis sie Zutritt zu den betreffenden Innungen erhalten. Auf noch größere Schwierigkeiten stößt das Fabrikswesen. Fertige Etablissements gibt es wenige, und können nicht in Besitz von Juden übergehen, wenn sie früher christliche Eigner hatten, während der Bau neuer gewöhnlich an dem Verbot des Grundbesitzes, der immer dazu nöthig, scheitert; oder er kränkelt — wie dies zum Beispiel bei der Fabrication von Rum und Arak der Fall ist — an der in Galizien noch immer aufrecht erhaltenen