Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, vierter Jahrgang 5618 (1857-1858) (1857-1858)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 200 (sequence 241)
- Language
- German
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200 zeichnete, im Jahre 1839 verstorbene Joseph Perl, den seineThatkrast und Bildungseifer zum Wohlthäter seiner Vaterstadt machten, war der Schöpfer der Anstalt zu einer Zeit, als Tarnopol noch unter russischer Botmäßigkeit stand. Die Schwierigkeiten und die -Opposition, die ihm entgegentraten, dienten nur seinen Geist und seinen Willen zu stählen, und in der Verwirklichung seines humanen Strebcns hat sich dieser erleuchtete Mann ein Monument für spätere. Zeiten errichtet. Das Werk, dem derGründer viele namhafte Opfer brachte, und das lange Jahre unter dessen uneigennütziger Leitung stand, blüht jetzt unter ebenso uneigennütziger Dircction seines Sohnes, des Apothekers Hrn. Michel Perl, dessen Gattin mit gleicher Menschenliebe sich dem Unterrichte von beinahe 80 Mädchen widmet, und ihre Wohlthaten dahin ausdehut, durch Verlosung weiblicher Handarbeiten arme Schüler zu bekleiden und den Tempelsond zu subventioniren. 417 Schüler srequentiren die Tarnopoler Musterschule, und nur die beschränkten Räume des Locales stellen sich dem großern Andrang zur Unterrichtsanstalt entgegen, die den galizischen Schulen aus dem Kreise ihrer Zöglinge schon so viele Lehrer stellte, und die einen ihrer eigenen Lehrer für seine 45jährige erfolgreiche Wirksamkeit mit dem goldenen Berdienstkreuz decorirt fleht. Es wäre nur zu wünschen, daß die nur für eine kleinere Zahl berechneten Schulräume erweitert würden, damit nicht aus Raummangel schulfähige Kinder von der Aufnahme ausgeschlossen werden müssen. Der Choraigottesdienst, der früher mit vielen Opfern vom gegenwärtigen Director Perl eingeführt, später aber aus Mangel an Theilnahme und Iluterstüßung suspendirt wurde, ist seit Beginn dieses Jahres, Dank der eifrigen Thätigkeit des Hrn. Perl, wieder ins Leben gerufen. Möge sich nun der geregelte Gottesdienst in einer Gemeinde, die die erste gewesen, welche in noch dunkler Zeit einen Schritt vorwärts wagte, einer langem Existenz erfreuen! Die jüdischen Sattler, Grobscümiede, Klempner, Baumeister und