Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, vierter Jahrgang 5618 (1857-1858) (1857-1858)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 197 (sequence 238)
- Language
- German
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197 numente errichten dürste, und Männer von besserer Einsicht und gereifter Bildung an die Spitze der Verwaltung berufen. Nun dürfen, nachdem die hemmende Fessel gefallen, Kinder, die bis jetzt auf die ungesunde Kost schimmeliger Winkelschulen angewiesen sind, auf den Genuß eines geregelten Unterrichtes hoffen, der ihnen bald durch Vermittlung einer hebräisch-deutschen Schule zugeführt werden dürfte. Wenn an die Spitze der Gemeindeangelegenheiten Männer treten, die der Zeit und ihrer Aufgabe gewachsen, klar denken und konsequent handeln, so kann sich die Commune jedesmal gratuliren, und Tarnvw sich namentlich bei den Behörden bedanken, die so ü-propos eingriffen, und die Ursachen der Stagnation aus der Leitung entfernten. Zn Ermanglung speciell jüdischer Schulen — über Cheder und Talmud Thora lassen wir einen Schleier fallen—müssen wir, das Capitel von Bildungsinstituten umschiagend, gleich zu denTarnower Humanitätsanstalten übergehen, und nur noch bemerken, daß das dortige Oberghmnasium von 11 Schülern mosaischen Glaubens frequeniirt wird, deren Religionsunterricht Hrn. E. Veith seit dem Beginne laufenden Schuljahres übertragen wurde, und dürste er in Bälde auch in der Haupt- und Unterrealschnle jener Kreisstadt denselben übernehmen, wodurch für die moralische und religiöse Ausbildung der hebräischen Jugend dieser Unterrichtsanstalten gesorgt ist. Das Zsraelitenspital Tarnows läßt unter guter Administration nichts zu wünschen übrig, als geräumigere Lokalitäten und festen Fond, der jetzt durch milde Beiträge, die immerhin sehr prekär find, ersetzt ist. Mi,, anerkennungswerther Liberalität stellen die Behörden alle im Schooße der Gemeinde erhobenen Strafgelder und Confiscationen, welche mehrere hundert Gulden jährlich bringen, zur Disposition des israelitischen Krankenhauses. Für die Munifieenz der Gemeinde sprechen Ziffern. Seit dem fünfzehnjährigen