Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, vierter Jahrgang 5618 (1857-1858) (1857-1858)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 185 (sequence 226)
- Language
- German
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185 Mand elyk und Israel Eisler, beide auch beim Stadtverordnetencollegium, und Elias Fischer auf das umsichtigste geleitet. Auch in Ungarn betreten immer mehr Gemeinden die Bahn des Fortschrittes, und es sind gerade kleinere und weniger gekannte Kommunen, in welchen ein opferfreudiger Gemeingeist sich am schönsten kundgibt. Sehr viel kommt es hiebei allerdings auf tüchtige Seelsorger an, und die ungarisch-jüdischen Zustände würden gewiß eine» noch größern Fortschritt darlegen, wenn sich überall Rabbinen, wie es der verstorbene Schwab in Pest war, wie esLöw in Szegedin, Weiße inWaag-Neustadtl, Jeremias Löw in S.A. Ujhely u. m. a. sind. So z. B. hat der Letztgenannte die schwierige Ausgabe gelöst, dem in dortiger Gegend bereits eingewurzelten, jeden vernünftigen Fortschritt entgegenstehenden Chassidismus mit Erfolg enrgegenzuwirken, und sich alle Gemüther geneigt zu machen. Zu den musterhaften Anstalten, die in Ujhely selbst blühen, gehört auch ein jüdisches Hospital, um welches sich der als Augenarzt bekannte Dr. Schön große Verdienste erworben hat. Auch Homonau, nächst Ujhely, besitzt eine dreiclassige Volksschule, und verdienen die eifrigen Bestrebungen ihres Directors Dr. Ungar um so inehr öffentliche Anerkennung, als derselbe als ausübender Arzt ohnehin sehr in Anspruch genommen ist. DieKetskemäter Gemeinde hat ihr Cultuswesen ebenfalls den Bedürfnissen der Zeit gemäß neu organisirt, wobei es dem Oberrabbiner Fischmann im Verein mit den Vorstehern Schlesinger und Schweiger gelang, jeden Meinungsconflict fern ,u halten. Die Schule in Ketskemöt wurde vor Kurzem zu einer öffentlichen erhoben, und eine Mädchenschule damit verbunden. In Eperies besteht ein geregelter Gottesdienst unter der Leitung des Predigers Dr. Beck. Im Bekeser Comitate lebten vor 25 Jahren dieZuden noch völlig zerstreut, ohne es zu einem ordentlichen Minjan, geschweige denn zu organiürten Cultusgemeinden zu bringen. Jetzt beläuft sich die jüdische Bevölkerung dieses Comitats