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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1857-01-01 · Neue Folge, vierter Jahrgang 5618 (1857-1858) (1857-1858) · p. Seite 158

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, vierter Jahrgang 5618 (1857-1858) (1857-1858)
Date
1857-01-01
Page
Seite 158 (sequence 199)
Language
German
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IRI
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158 ausgeschnitten, wie man sie jetzt in Kinderbewahranstalten und Kindergärten die Jugend lehrt. Dabei spielt der Magen David eine große Rolle. Den Höhepunkt erreicht dieses Fest am letzten Tage, Simchat Thora. Am vorhergehenden Nachmittage des Sch'mini Azereth werden vom Gemeindehause oder aus der Frauenabtheilung in der Synagoge (im ersten Falle von den Vorstandsmitgliedern, im andern von den Frauen) Mandeln, Rosinen, Nüsse, auch Aepfel und Birnen dem Publicum extra muros herabgeworfen. Da wird niemand geschont, und niemand schämt sich an dem herabstrvmenden Segen Theil zu nehmen. (Wer erinnert sich nicht dabei lebhaft an das Coriandoliwerfen in Italien.) Wenn die Nacht einbricht, und der Gottesdienst beginnt, zieht die Jugend mit Fahnen in die Synagoge ein. Da will Einer den Andern an Luxus überbieten. Als Inschrift besindet sich zumeist: Degel Machane Jehuda (Standarte des Stammes Juda), und als Wappen der Magen David. Lustig flattern die Fähnlein, munter brennen die Lichtlein. (Bekanntlich wird Licht bei allen feierlichen und traurigen Gelegenheiten benützt, bei Geburten, Hochzeiten und Sterbesällen.) Bei dem Morgengottesdienste werden nochmals die Fähnlein, die manche Verletzung im Gedränge erhalten haben, mitgenommen, und mit diesen Standarten in der Hand wird die männliche Jugend an diesem Tage noch vor der Bar Mizwah sammt und sonders zur Thora vorgeruscn (Kol han'arim). In der trüben, traurigen Winterzeit zehrt die Jugend noch lange an den Erinnerungen des Simchat Thorafestes. Es gilt daher beim Juden das Sprichwort: Der Jude besitzt mannigfache Talente: Pessach ist er Bäcker, Sch'wuoth Gärtner, Tischoh beab Soldat, Sukoth Architect, Chanuka Zinngießer und Rosch haschana Musiker.

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