Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, vierter Jahrgang 5618 (1857-1858) (1857-1858)
- Date
- 1857-01-01
- Page
- Seite 16 (sequence 57)
- Language
- German
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16 ein Blatt nach dem andern von der Rolle ab und warf sie ruhig ins Feuer. Ganz betäubt davon, beschworen ihn die Fürsten, sich nicht dagegen zu verhärten; aber Jojakim befahl kalt dem Vorleser sortzufahren, und verbrannte die Rolle -Blatt nach Blatt. Daraus ertheilte er seinem Sohne und andern treuen Dienern den Befehl, sich Zeremia's und seines Jüngers zu bemächtigen, und hatte wohl die Absicht, ihnen das Leben zu nehmen. Aber da die Großen sich für sie interessirten, konnten sie sich verborgen halten, ohne verrathen zu werden. Wie es scheint, hatten die Flüchtlinge ihren Schlupfwinkel in öden Gegenden und mußten, um nicht den Häschern in die Hände zu fallen, öfter den Ort wechseln. Jeremia ertrug auch dieses Ungemach mit Gleichmut!). Baruch dagegen, minder muthig, beklagte sich darüber, »daß er keine Ruhe finden könne,« und der Meister mußte ihn zur Ausdauer ermuthigen. Während der letzten sechs Jahre der Jojakimischen Regierung erfahren wir nichts von unserem Propheten, wahrscheinlich war er gar nicht in der Hauptstadt anwesend. Indessen ging wieder ein Theil seiner Prophezeiung in Erfüllung. Immer näher rückte das von ihm verkündete Verhängnis« Judäas. Nebukadnezar, »derLöwe, der aus seinem Dickicht hervorbrach,« hatte mit seinen Heeren die weiten Länderstrecken vom Euphrat bis Aegypten überschwemmt und Alles vor sich niedergeworfen, was sich ihm nicht unterwarf. Jojakim erkannte ihn als Oberherrn an (600), aber sein Sinn blieb beiAegypten. Bon Psammetich II. (Psammis) zum Abfall von Babylonien hingerissen, wurde er von Nebukadnezar mit Krieg überzogen , und Jerusalem, das seit einem halben Jahrhundert, seit Manasse, keinen Feind gesehen, wurde belagert. Jojakim starb gleich daraus — ungewiß ob in seinem Palaste oder in Gefangenschaft — und die judäischeHauptstadt ergab sich dem Sieger (597). Sein Sohn Jojachin (Jechonjah, Konjah) wurde zum König ernannt , wahrscheinlich von Nebukadnezar. Unter dessen Regierung