Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, dritter Jahrgang 5617 (1856-1857)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 284 (sequence 328)
- Language
- German
- Belongs to
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284 »Eh! mußt nicht gleich so finster schmollen: Ich habe Dich nicht kränken wollen. »Kannst Du das Land noch nicht vergessen, In dem die Väter dein gesessen? »Sieh diese Wiesen, diese Saaten — Wie ist das Heuer schön gerathen! »Gut ist doch unser Aller Mutter: Gibt Menschen Brot und Thieren Futter; »Selbst für der Weiber schwarze Locken Viel Blüthentand und Blumenglocken. »Sieh doch, wie alle Weiler lachen! Kann Dich das, Jud! nicht fröhlich machen?« »»Was Dich erfreut in deinem Herzen, Bereitet mir nur herbe Schmerzen. »»Wie Dolche in die Seele ritzen Die Aehren mit den goldnen Spitzen. »»Warum darf ich ein Feld nicht haben, Um drauf zu ernten und zu graben? »»Wie süßer muß der Wein dem munden, Der ihn gepflanzt, geharkt, gewunden! »»Ich soll mir keine Hütte zimmern, Drin meines Herdes Flammen schimmern. »»Bald möchten sie nach Erdenplagen Den Grund zum Grab mir noch versagen!«* »Wie kann Dich das so traurig machen? Ich muß zu deinem Grame lachen'. »Mich wollen sie in Hütten wieder — Mir aber sind sie dumpf und nieder. »Ein freier Sohn der Erde bin ich, Nur auf Musik und Freiheit sinn' ich.