Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, dritter Jahrgang 5617 (1856-1857)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 278 (sequence 322)
- Language
- German
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278 und bildender Schriftsteller das Vorurtheil des Lesers dafür eintreten zu lassen, das auch dem Unwahrscheinlichsten noch tapfer Stand hält. Ferne sei es von uns die Juden gegen den Verfasser von »Soll und Haben« zu vertbeidigen. Hier würde in der That die Noth Wendigkeit einer Rechtfertigung schon die Unmöglichkeit einer solchen Ln sich schließen. Qui s’excuse s’accuse. Nur ad notam wollten wir nehmen, wozu die vielgeschmähten Juden heut zu Tage noch gut sind, nämlich:-dem deutschen Roman die Romantik zu retten. Es ist bekanntlich ein Kennzeichen der Romantik, daß sie sich gern mit dem Mittelalter beschäftigt. Herr Freitag hat daher seiner angeblich modernsten Dichtung, die zur »Literatur der Zukunft« zählen will, um sie dennoch romantisch zu machen, sehr geschickt eine Färbung mittelalterlichen Geistes gegeben. Schade nur, daß auf diesem Gebiete nicht allzuweit in die Zukunft hineinzureichen psiegt, was seinen leitenden Gedanken und seine Bildung allzuweit aus der Vergangenheit holt.