Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, dritter Jahrgang 5617 (1856-1857)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 267 (sequence 311)
- Language
- German
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267 Da sprachen die Hörer: Durch welche Beweise — wollen sie begründen ihre Glaubensbeweise? — Er sprach: Die Beweise, die bisher sie brachten — sind nicht zu beachten; — sie sind gebaut auf Sand, — und halten darum nicht Stand. — Da sprachen die Hörer: Willst du uns nicht berichten — von ihren Geschichten, — und uns verkünden — von ihren Beweisgründen? — Er sprach: Wisset, fett uralter Zeit — gibt es in der Judenheit — unter den Bekennern der Thora, der geoffenbarten, — zwei Arten:— die Weisen Israels hält für eine Autorität die eine, —der andern aber sind sie keine; — die eine glaubt an die Worte unserer Lehrer, wie Nabina und Rab Asche,5) — die andere glaubt nur an Gott und Mosche. — Denn sie saßt das Schriftwort in seiner Nacktheit,. ohne Kleid, — entblößt von jedem Schmuck und Geschrneid; — wie Jemand, der einen Baum bewacht, — aus dessen Früchte aber nicht gibt Acht. — Einst haben die Rabbaniten und Karaiten —mit einander gestritten. — Jene sprachen: Muß man nicht erstaunen über Männer, — die sein wollen Sachkenner, — denen Verstand ist eigen, — die da wissen Gutes vom Bösen abzuzweigen, — und dennoch vor der Wahrheit sich nicht mögen beugen? — Wie kann der Glaube an Mosis Lehr' und Wort genügen, — will man sich nicht der Weisen Deutung fügen? — Wäre der Talmud nicht vorhanden, — die Thora wäre ohne Stütze dagestanden;— ohne der Mi sch na schützend Walten — würde das Schriftwort bald veralten — und gäb' es keine Gemara, — dann müßten die Bibelforscher bald wandern von Mittag nach Mara. 7) — Ja, möchte man entrathen — der Überlieferung Bahn, — dann würde man gerathen — in Zweifel und Wahn. — Denn wie könnte man ohne die Lehrer verstehen, — vor großen oder kleinen