Mannheim
Compact Memory

Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1856-01-01 · Neue Folge, dritter Jahrgang 5617 (1856-1857) · p. Seite 261

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, dritter Jahrgang 5617 (1856-1857)
Date
1856-01-01
Page
Seite 261 (sequence 305)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2609281-2609286--3164-2610508
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

261 gemüthvolle Poesien L. A. Frankls übersetzte M. Lettens mit vorhergehender Biographie des eben auf heiligem Boden weilenden Dichters. — Weniger befriedigt S. Rob ins' hebräische Uebersetzung von Gutzkow's vorzüglicher Dichtung: »Uriel Acosta«. Nur der eigentümliche Bildungsgang und die früheren Schicksale des Uebersetzers können die Taktlosigkeit im Style der Widmungsschrift so wie die Herausgabe des ganzen Machwerks entschuldigen. — Auch in Originaldichtungen versuchte sich die hebräische Muse. So ein Roman aus der Zeit der Chiskia's von Maro (zu Kowno), »Jalde Schaschuim« von Boß, Gesänge zur Einweihung der Synagoge von Samostmit deutscher Uebersetzung von seinem Sohne, und noch mehre in Polen herausgekommene Schriften, die uns jedoch nicht zu Gesichte kamen. Wichtiger und werthvoller sind die Leistungen jüdischer Dichtungen auf dem Felde der deutschen Belletristik, auf welche wir hier jedoch nicht ganz eingehen: — Berthold Auerbach's Schatzkästlein ist besonders wegen der Wärme und Innigkeit hervorzuheben, womit der geniale Dichter Zustände und Ereignisse aus dem jüdischen Leben schildert und dies mit der Charakteristik eines allen Oesterreichern theuern Monarchen (Joseph II.) geistreich verbindet. — Zur zweiten vermehrten Auflage gediehen: £. A. Frankl's »Libanon« und Philippson's Novellenbuch: »Saron.« — »Titus« von Koßarsky, einem jungen anstrebenden Talente, verdient nachsichtige Beurteilung. — Am Schluffe unserer Wanderung angelangt, Huben wir nur noch — eingedenk des altrabbinischen Spruchs: »Größer ist das Verdienst desjenigen, der das Gute veranlaßt als dessen, der es selbst thut« — den drei Männern (Philippson, Jellinek, Jost) volle Anerkennung zu zollen, welche durch Begründung und Leitung des Instituts zur Förderung der israelitischen Literatur um Belebung und Verbreitung des jüdischen SchriftenthunrA sich so vielfach verdient machen. Schon im ersten Jahrgänge sind acht bis

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.