Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, dritter Jahrgang 5617 (1856-1857)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 226 (sequence 270)
- Language
- German
- Belongs to
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226 ment, woselbst im verflossenen Jahre Einzelne müder zu besonderer Auszeichnung gelangten, während Allen der Zutritt zu Aemtern wie zu jedem bürgerlichen Erwerb offen steht. Der Banquier Giuseppe Raffaele Vita von Easale wurde auf Grund seines wohlthätigen Wirkens zuur Baron erhoben. Julius Avigdor, Ritter der sardiuischen Mauritius- und Lazarusorden und Mitglied des sardinische Parlaments, starb im vorigen Jahre zu Paris. Die Liebe zur Religion und zu seinem Vaterlande füllten seine letzten Gedanken aus. Unter den piemontesischen Combattanteu in der Krim waren die Juden ebenfalls ehrenvoll vertreten. Arrighi, derben Feldzug als Freiwilliger mitgemacht, schwang sich zum Offizier empor und fand als solcher den Heldentod. Einen bedeutenden Fortschritt haben die piemontesischen Juden zurückgelegt. Die Gemeinden standen bisher vereinzelt unb die gemeinsamen Interessen waren nicht gehörig vertreten. Da erließ Herr Ottolenghi von Alessandria einen Aufruf zur Bildung eines israelitischen Comites, um eine Vereinigung der piemontesischen Juden zu bewirken. Die Redaction des Läueutore israelita leistete diesem lobenswürdigen Vorhaben, dessen gute Früchte zu erwarten stehen, allen möglichen Verschub. Vorerst ist nach achttägiger Verhandlung ein Statut festgestellt worden, das zu inniger Vereinigung bindet, ohne die Selbstständigkeit der einzelnen Gemeinden anzutasten. Das Herzogthum Modena zählt ungefähr 7000 Juden, wovon 2000 in der Hauptstadt Modena, 1000 in Reggio, 500 in Carpi, 500 in Correggio und die übrigen in kleinern Gemeinden zerstreut leben. Der Gemeindehaushalt steht überall sehr gut, nirgend sind Schulden, alles wird eingelegt und es gibt (hört! hört!) jährliche Contribuenten zur Kehilah bis 3000 Francs. Der kürzlich Modena verstorbene Banquier Sacerdote widmete 70,000 Francs zum Bau einer neuen Synagoge. Gesetzlich ist die Emancipation ausgesprochen, factisck läßt sie nock viel zu