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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1856-01-01 · Neue Folge, dritter Jahrgang 5617 (1856-1857) · p. Seite 96

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, dritter Jahrgang 5617 (1856-1857)
Date
1856-01-01
Page
Seite 96 (sequence 140)
Language
German
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96 den rein israelitischen Wissenschaften Jünger zuzuführen, und das religiöse und Wohlthätigkeitsgefühl in unserer Gemeinde stets rege zu erhalten. Wie überallhatauchhierdieses, wenn auch nur einseitige Wirken reichliche Früchte getragen. Zu Paris starb kürzlich Dr. Victor Morpurgo aus Triest, als Orieutalist, so wie durch historische Kenntnisse ausgezeichnet. Er war mit der obersten Aufsicht der Studien aller jungen Türken betraut, die auf Kosten des Sultans ihre Ausbildung in Frankreich erhielten. Die Jugend zeigt sich durchgängig von ernster Strebsamkeit erfüllt. An den Realschulen, Gymnasien, Universitäten Oesterreichs steht die Anzahl der studierenden Juden in überwiegendem Verhältnisse zur numerischen Anzahl, und — bezüglich ihrer wissenschaftlichen Widmung — im umgekehrten zu ihren Aussichten für das praktische Leben. Bezeichnend ist das confeffionelle Verhältniß der Gymnasialschüler zur Gesammtbevölkerung. Ende 1855 kam Ein Gymnasialschüler: bei den Griechisch-uicht-unirten auf 1967, bei den Griechisch-unlrten auf 1473, bei den Römischkatholischen auf 692, bei den Evangelischen H. C. auf 604, bei den Evangelischen A. C. auf 451, bei den Israeliten auf 426. Daß es sich so verhält, zeugt von echtem Wissensdurst, der von jeher als reiner Antrieb unter uns wirkte; noch mehr zeugt hievon die im Allgemeinen fleißige und talentvolle Verwendung, wodurch sich jüdische Studierende an den Lehranstalten auszuzeichnen pflegen. *) Nur *) Wir führen aus unserer nächsten Umgebung einige Beispiele an. Der katholische Religionslehrer in einer der Wiener Realschulen ermunterte seine Schüler bei dem jetzt ablaufenden Semester zum Fleiße und wies darauf hin, daß in einer Claffe unter 71 christlichen Schülern bloß Einer in allen Gegenständen die Note sehr gut erhielt, während unter 12 jüdischen Schülern drei diese Noten erhielten. Bei einem Besuch, welchen der hochw. Bischof der jüdischen Schule zu Drosa zuwendete. war er von den vorzüglichsten Leistungen der Schüler sichtlich überrascht, und sich an die zahlreich versammelten geistlichen und weltli-

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