Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, dritter Jahrgang 5617 (1856-1857)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 86 (sequence 130)
- Language
- German
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86 dieser Gegend wird der verständige Meister gesucht und Kunstfertigkeit und Fleiß belohnt. Aus Steinamanger wird uns berichtet: Wir haben viele jüdische Handwerker hier, als Schneider, Schuster, Bäcker k. Wir hatten in unserer Gemeinde die erfreuliche Gelegenheit wahrzunehmen, daß mehre Israeliten ihre Kinder auch zu körperlich schweren Handwerken heranbilden. Ausgezeichnet ist besonders der israelitische Schön- und Druckfärber Simon Spitzer, welcher die vorzüglichsten Fabriken zu Kunden hat. Eine besondere Hinneigung zum Handwerkerstande zeigt sich in der Cultusgemeinde zu Großwardein. Auch geht man damit um, daselbst einen Handwerksverein zu begründen, der für die dortige Gegend sehr segensreich werdenmüßte. Schon jetzt ist der Handwerksstand unter den Großwardeiner Israeliten blühend und entwickelt sich täglich mehr. Als Meister zählt man daselbst 20 Schneider, 10 Schuster, 4 Gärber, 3 Goldschmiede, 1 Grobschmied, 2 Gelbgießer, 2Tischler, 1 Blechschmied, 2 Bäcker, 2 Kürschner, 1 Sattler, 5 Zimmermaler, 1 Seifensieder. Im Bezirke von St. Beö sind die von Juden betriebenen Handwerke vorzüglich Schusterei nach deutscher Art, Uhrmachern und Blechnerei. In dem gewerbfleißigen Totis sind folgende Meister unter der jüdischen Bevölkerung: 4 Schneider, 1 Schuster, 2 Spengler, 2 Gärber, 1 Müller. In der Lehre sind Mehre als Schlosser, Schmiede und Tischler untergebracht. Aus Comorn wird geklagt, daß die noch nicht ganz besiegte Abneigung christlicher Meister zur Aufnahme jüdischer Lehrlinge der Ausbreitung des Handwerkes untcr den Juden Hindernisse bereite. Dennoch stehen daselbst mehre Judenknaben als Tischler, Schlosser und Schmiede in der Lehre. Nebst Ungarn ist es besonders auch Mähren, wo das Handwerk sich immer mehr Anhang unter den Israeliten