Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, dritter Jahrgang 5617 (1856-1857)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 82 (sequence 126)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/2609281-2609286--2985-2610329- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
82 das hohe k. k. Aerar und Eisenbahnen bekannte Holzhändler Herr Bernhard Pollak jan., welcher bereits die Pottasche in den Staatswäldern des Brooder und Gradiscaner Regiments erzeugt, auch in sämmtlichen Staatswäldern des Warasdiner, St. Georger und Oguliner Regiments das ausschließende Recht der Pottascheerzeugung mit einem Belauf von circa 10,000 Centnern calcinirterWaare durch die hohe k. k. Kriegsministerialgenehmigung auf mehre Jahre erhalten. Durch den ausgebreiteten Holzhandel, welchen die israelitische Bevölkerung des Thuroczer Comitats treibt, wird ein bedeutender Theil des dortigen Proletariats erhalten, da der Holzhandel das Alpha und Omega dieser Gegend ist. Die Rechtlichkeit und Solidität der dortigen israelitischen Holzhändler ist allgemein anerkannt. Einen ausgezeichneten industriellen Rang nehmen die Etablissements der Herren I. Diner und Sohn in dem benachbarten Liptauer Comitate ein. Als einzige privilegirte Großhändler in dem ganzen Waagthale verbreiten sich deren Etablissements längs dieses Flusses bis weit hinauf ins Gömörer und Zipser Comitat, von wo aus sie seit mehren Jahren den Bauunternehmungen der k. k. Staatsbahnen ungeheure sonst unverwendbare Holz- und Eisenquanritäten zuführen. Sie können hiedurch als Wohlthäter der ganzen Gegend bezeichnet werden, indem sie so vielen sonst unbeschäftigten Floß- und Fuhrleuten Brot und Beschäftigung geben. Sie sind auch im Besitze einer vielfach bewunderten Dampfsägemühle, welche in einer Gegend angebracht wurde, die den Wasserkräften unzugänglich ist, und woselbst das Holz sonst auf dem Stamme verfaulen würde. Allein auch die öffentlichen Bauten, Straßen, Brücken im Thuroczer Comitate werden großentheils von Juden unternommen und geleitet. Ganz neuerlich erst wurde diemit großem Kostenaufwande ausgeführte Kunststraße über das Tatragebirge von einer israelitischen Ballgesellschaft vollendet, so wie von derselben die