Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, dritter Jahrgang 5617 (1856-1857)
- Date
- 1856-01-01
- Page
- Seite 75 (sequence 119)
- Language
- German
- Belongs to
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75 jüdischen Pächters auf die vortheilhafteste Weise cultivirt wurde und gleichzeitig ihr Einkommen sich beträchtlich hob, während es früher durch untreue und unverständige Wirthschaft beeinträchtigt worden war. Aus dem Cultusbezirk von T. Beo allein werden mehr als 20,000 Joch (ein Joch wird mit V/% Preßburger Bietzen besät) von jüdischen Pächtern und Besitzern bewirthschaftet. Unter jenen, deren Pacht sich auf mehr als 1000 Joch erstreckt, befinden sich mehre Großhändler, welche ihre Geschäfte ganz aufgegeben haben, um sich völlig dem Landbau zu widmen. So sind Bernard Ehrlich und Söhne inNagy, Kuru inFegyvernek undJacob, Moses und Joseph Grundherren von 400 und Pächter von 13,000 Joch, Bernard Ehrlich und Söhne in Tißa- Beö Gutsbesitzer von 75, Pächter von 900 Joch, Jacob Stein und Eidam aus T. Beö Pächter von 1300 Joch, Samuel Fischbein von T. Beö Gutsbesitzer von 70, Pächter von 2000 Joch, Leopold Weiß von M. Tur Pächter von 2000 Joch. Ihre Untergebenen, welche zu Hunderten zählen, rühmen die humane Behandlung, die ihnen zu Theil wird, und daß sie außer ihrem Liedlohne noch viele Erleichterungen und Hilfeleistungen in ihrer Noch empfangen. Zur Schnitt- und Trittzeit finden sich auch viele arme Juden ein, um alsTaglöhner die erforderlichen ländlichen Arbeiten zu verrichten. Aus der Bäcska wird uns berichtet: »Der gesunde Verstand und die richtige Einsicht in den Umschwung der Geschäftsverhältnisse ließen die Israeliten bald erkennen, welch' ein Quell des Segens und des Reichthums in der Oekonomie und in dem Handwerk liege. Viele besitzen ausgedehnte Gütercomplere, die sie entweder selbst bestellen oder parzellenweise verpachten, noch mehre aber eine ganze, halbe oder auch eine Viertelsession, die sie selbst bearbeiten und an der schwersten Feldarbeit im Schweiße ihres Angesichts Antheil nehmen. In Kula besitzen die Juden, im Verhältnisse ihrer Seelenzahl zur christlichen Bevölkerung, den beinahe entsprechenden Antheil an den, dem ganzen Orte ungehörigen