Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, zweiter Jahrgang = Jahr 5616 (1855-1856) (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 335 (sequence 338)
- Language
- German
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335 Wenn bu vom Leben nur, was du gsbeauchst, begehrt, Das Wen'ge, was du willst, hat's dir rroch stets gewährt, Doch willst du mehr, ats dir gebricht, Dann reicht die Fülle seiner Güter nicht! Nicht härme dich um das, was du verloren . Das ziemt den Weisen nicht, lass es den Thoren! Dem Weisen frommt nur Eins, dem wahren, Was ihm geblieben ist, sich treu zu wahren! Wer seiner selbst gelviß, Bangt nicht vor Lästerzungenbiß, Dich haben die Nächsten lieblos verlassen, — Gott wird liebende Fremde dich finden lassen.' Kennst du die Welt, du wirst mit Maß dich freu'n? Du wirst mit Maß im Leide traurig sein. Willst du erreichen, was die Seele liebt. Dann mußt du tragen, was das Herz betrübt. Sorge quillt, Wie dein Schatz sich füllt. Wer dich in die Nähe des Löwen gebracht. Scheint für dein Leben nicht zärtlich bedacht. Was du von beinern Gute ausgegeben, Das nenne dein; denn das gehört dir eben.. Vrel weniger droht vom Weisen, der dir Feind, Als von dem Narren, den Liebe dir vereint. Nicht weis' ist der, wer Gut und Bös' kann scheiden; Nur wer, wenn's gilt, der Nebel zwei zu leiden, Das klein're wählend, Größ'res weiß zu meiden. Schnell schießt empor zu üpp'ger Saat Die kleinste Spur der bösen Thal. Du hast dem Narrerl Geheimniß vertraute Es ist verloren, als erzähltest du's laut.