Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, zweiter Jahrgang = Jahr 5616 (1855-1856) (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 244 (sequence 247)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2609281-2609284--2757-2610100- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
244 zenberg sämmtlichen Unterofficieren als Muster vvrgestellt und erhielt die Versicherung der Verwendung um eine Allerhöchste Auszeichnung. Bei Somma campagna, wo das 2. Bataillon Kaiser Ferdinand die rechte Flanke bildete, erkennen seine Vorgesetzten wieder seine Leistungen an, unter dem Versprechen, auf eine Auszeichnung für ihn anzutragen. Vor dem Tage von Custozza verlautet es unter den Soldaten, daß der erste, der die Höhen stürmend erreicht, wenn er ein Officier, das Theresienkreuz, wenn es ein Unterofficier, daß er die goldene Medaille erhält und zugleich zum Officier befördert werde. In der Brust des thatendurstigen jungen Mannes, der sich, von seinem berühmten Feldherrn dazu bestimmt, schon als Officier fühlen durste, wollte es die Nacht vor dem berühmt gewordenen Tage nicht ruhen. Er ist so glücklich mit seinem Zuge zum Plänkeln beordert zu werden, da das Regiment die Anhöhen in der Fronte zu stürmen hat. Ein Gedanke nur bewegt ihn, aber mit der ganzen Macht seinesJnhalts: sich als ein würdiger Sohn des Stammes zu bewähren, den die Makkabäer mit ihren Heldenthaten verklärt haben; dem Vorurtheile, der Jude sei feig, als wenn er dies noch zu beweisen nöthig hätte, durch eine kühne That entgegenzutreten. Joachim Pollak war der Erste auf der Anhöhe von Eustozza. Am zweiten Tage erhielt er im Lager vor Eremona die große silberne Tapferkeitsmedaille. Die Einnahme Mailands erfolgte Tags darauf, wobei Pollak wieder Gelegenheit hatte sich auszuzeichnen, wofür er einige Tage später zum wirklichen Feldwebel befördert wurde. Es erfolgte hierauf bekanntlich ein Waffenstillstand. Drei Tage vor dessen Beendigung wurde Pollak mit einem starken Convoi nach Verona geschickt. Schnell zurückgekehrt fand er sein Regiment nicht mehr anwesend und mußte im Castell verweilen; woraus er im Aufträge des Castellcom-