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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1855-01-01 · Neue Folge, zweiter Jahrgang = Jahr 5616 (1855-1856) (1855) · p. Seite 227

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, zweiter Jahrgang = Jahr 5616 (1855-1856) (1855)
Date
1855-01-01
Page
Seite 227 (sequence 230)
Language
German
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IRI
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227 Großgemeinde im Vollgenuß aller Staatsbürgerrechte stehen, so findet diese Gesinnung ihren entsprechenden Ausdruck. Es gibt sowohl in den Hauptals in anderen Städten keinen Gemeinderath und keine Handelskammer, dann nicht Israeliten Sitz und sogar Vorsitz erlangt hätten. Ebenso bemühen sich Vereine aller Art, Israeliten als Mitglieder aufzunehmen und voranzustellen. Diese Gesinnung erstreckt sich auch aus das sociale Leben und selbst hocharistokratische Salons eröffnen sich denjenigen Israeliten, die durch ihre Stellung und durch Geisiesadel solcher Auszeichnung würdig erscheinen. Unterricht. Zum angelegentlichen Gegenstand ihrer Fürsorge haben die lombardisch-venetianischen Cultusgemeinden den Jugendunterricht erhoben, und ihr Augenmerk dabei auf Institute gewendet, welche den Berufswegen der Religion, der Industrie, der Wissenschaft oder Kunst gewidmet sind. Die eigenen zu solchen Zwecken errichteten Anstalten befinden sich in einem gedeihlichen Zustande, während anderseits die israelitischen Schüler, welche die allgemeinen Unterrichtsanstalten besuchen, sich in der Regel vortheilhast auszeichnen. Eine Anstalt, welcher wir hierbei zuvörderst rühmlich zu erwähnen haben, ist das seit dem Jahre 1826 durch den Willen des Kaisrs Franz I. hervorgegangene rabbinische Seminar zu Padua. Es entstand dasselbe aus der Vorsorge, die Gemeinden stets mit tüchtigen Rabbinern zu versehen. Auf Kosten der Israeliten des Königreichs erhalten, nahm dieses großartig wirkende Institut viele Jünglinge auf und stellte sie nach einemTriennium in den höheren theologischen Studien ausgerüstet aus, wonach sie zu geistlichen Würden und Aemtern übergingen. Die Obhut des Institutes hat die Regierung übernommen, welche sich auch die Bestätigung der Professoren und des Vorstandes Vorbehalten hat. Die Rabbiner S. D. Luzzato und S. Della Torre bekleideten seit Errichtung des Instituts die Professuren an demselben; der Erstere in den eregetischeu, der Letztere in den historisch-dogmatischen Gegenständen. Die wissen- 15*

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