Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, zweiter Jahrgang = Jahr 5616 (1855-1856) (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 201 (sequence 204)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2609281-2609284--2714-2610057- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
201 Israeliten, also fast jeden Tag im Jahr Einen ausgenomwen und verpflegt. Wir würden es auch angemessen erachten, wenn solcher bei frommen Spenden mtb Vermächtnissen ^ermöglichet Israeliten öfter in Erwägung gezogen würde. Die erste namhafte Stiftung dieser Art ging von dem im Jahre 1822 verstorbenen Großhandlungsgesellschafter Emanuel Wertheimer aus, dessen Andenken diesfalls auch alljährlich in den öffentlichen Blättern erneut wird. Ihre Majestät die Kaiserin Caroline Auguste, unter Deren Aegide das Institut der Kinderbewahranstalten zu fröhlichem Gedeihen kam, hat auch die israelitische Kinderbewahranstalt in Wien in das Bereich Allerhöch sichrer liebevollen Sorgfalt gezogen und dieselbe zu wiederholtenmaleu mit Höchstihrem Besuche beglückt. Ein besonderer Wohlthäter dürftiger israelitischer Studirender war Se. k. k. Hoheit der verstorbene Erzherzog Carl, der gefeierte Held Oesterreichs. Gar Manchem wurde durch Seine Hand der Grund zu seiner künftigen Eristenz gelegt^ Fürst Stirbey erhielt während seines frühem Aufenthaltes in Wien Unterricht Ln deutscher Sprache und Literatur von einem durch Professoren ihm dafür empfohlenen jungeu Manne. Bei einem Besuche während seiner letzten Anwesenheit erkundigte sich der Fürst um sein Befinden, und mit düsterer Miene gestand der schüchterne junge Mann, daß er ans Mangel an Geld das Rigorosmn der Mediein noch nicht ablegen konnte. Der Fürst wies nicht nur den Betrag bei seinem Bankier an, sondern lud freundlichst den Mediciner zur Reise nach dem Donaufürstenthum mit der Zusage sogleicher Beschäftigung ein. Der Protegirte ist ein Jude. Nicht gering ist die Anzahl strebsamer israelitischer Jünglinge, die ihr Fortkommen der Schntzuahme mtb eifrigen Verwendung christlicher Gönner aus den verschiedensten Ständen zu danken haben, ohne daß hiebei der Zweck eine Glaubensänderung zu bewirken Vorgelegen wäre. Bemerkenswerth ist es gewiß, daß der erste Beitrag