Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, zweiter Jahrgang = Jahr 5616 (1855-1856) (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 197 (sequence 200)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2609281-2609284--2710-2610053- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
197 können, werden Zuschüsse ans der Vereinscasse gereicht. Abiturienten schicken dem Vereine die Schulbücher, die dann an arme israelitische Schüler verliehen werden. Der im vorigen Jahre zu Lemberg verstorbene I. A. Rosenstein, welcher durch 12 Jahre das Amt eines Vorstehers bekleidete, vermachte den größten Theil seines ansehnlichen Vermögens israelitischen Wohlthätigkeitsanstalten und stiftete ein Capital von 30.000 fl. znr Gründung eines Waisenhauses für jüdische Mädchen, wobei er die Verfügung traf, daß jedes, sobald es das 20. Jahr erreicht, 200 fl. als einen Beitrag zu seiner Versorgung erhält. Ebenfalls im vorigen Jahre wurde am 24. April, zu Ehren der Vermählung, des hohen Kaiserpaares, in Lemberg der Grundstein zu einem Schul- und Arbeitshause für arme elternlose Kinder israelitischer Religion gelegt. Den Schluß des feierlichen Actes bildete die vollkommene Kleidung und Speisung von 200 armen jüdischen Knaben durch die wohlthätige Bemühung des um die Lemberger Gemeinde sehr verdienten Zepper. — In Brodv, woselbst im vorigen Jahre große Noch unter allen Classen herrschte, bewährte vorzüglich eine Frau — Zipre Nirenstein — ihrer: Wohlthätigkeitsstnn. Sie verkaufte nämlich auf eigene Kosten Lebensmittel zu wohlfeilern als den Marktpreisen an alle Armen ohne Unterschied der Confession. Außerdem bildete sich daselbst ein Comite zu gleichem Zwecke. Ein sehr reges Streben zur Errichtung und Verbesserung von Schulen legte sich in Mähren dar, und haben sich dann namentlich die Gemeinden zu Gaja, Boskowitz, Lundenburg, Proßnitz, Austerlitz und Kanitz ausgezeichnet. In Nicolsburg und Trebitsch wurden Schulbibliotheken errichtet, in Kanitz eine Kinderbewahranstalt eröffnet. In Proßnitz, das nur 160 Familien zählt, wurde ein neuer Tempel errichtet, und dieKosten, die sich auf26.000fl. erhoben, wurden aus Gemeindemitteln bestritten. In Brünn endlich wurde ein prachtvoller Tempel gebaut und feierlich eingeweiht. Wenn uns gerade aus diesem kleinen, aber vielleicht