Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, zweiter Jahrgang = Jahr 5616 (1855-1856) (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 196 (sequence 199)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2609281-2609284--2709-2610052- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
196 durch Errichtung und Hebung von Communalanstalten oder durch sonstige Bestrebungen zur Veredlung ihrer Glaubensgenossen ausgezeichnet haben. Es muß mit dankbarem Herzen anerkannt werden, daß unter keiner Negierung derartige Bestrebungen so vielfache Würdigung erfahren, als unter der glorreichen Regierung Sr. Maj. des Kaisers Franz Joseph. Moses Frühling, erster Lehrer an der deutschUsraelitischen Hauptschule zu Tarnopol in Galizien, erhielt in Anerkennung seiner beinahe 50jährigen Verdienste um die Jugend, das goldene Verdienstkreuz. Dasselbe ist schon früher dem Karl Skreinka, Direktor und Katechet an der Realschule Zu Arad, zu Theil geworden. Dem durch seine Verdienste um seine Glaubensgenossen hochverdienten Kaufmann M. Zucker in Czernowitz wurde derselbe goldene Verdienstorden, so wie dem Justus Herrsch ein sehr anerkennendes Decret zu Theil. Letzterer hat sich um den Ausbau der Czernowitzer Synagoge, der neuen israelitischen Schule und des neuen israelitischen Spitals namhafte Verdienste erworben. Auch das in dem gegenwärtigen Jahrbuch dargelegte Streben haben Se. Majestät mit der Übersendung der goldenen mit dem allerhöchsten Wahlspruch viribus unitis gezierten Medaille den Herausgeber auszuzeichuen geruht. Mit dem Wegfall der britcfeitbeu Judensteuern ist namentlich in mehreren Hauptgemeinden Galiziens innerhalb des abgelaufenen Jahres ein anerkennenswerthes Streben zu neuem Fortschritt zum Vorschein gekommen. Die Gemeinde in Lemberg bestreitet die Kosten einer israelitischen Haupt-Normalschule mit einem jährlichen Aufwand von 5 — 6000 fl., was mit einer Auflage anss Fleisch (1 Gulden vom Ochsen betragend) gedeckt wird. Bemerkenswerth ist, daß noch mehr Mädchen als Knaben zur Aufnahme angemeldet wurden, und die Anzahl der gegenwärtig zugelassenen Kinder sich bereits über 1000 belänst. Die jüdischen Zöglinge der Lemberger Gymnasien haben einen Verein zur Unterstützung armer israelitischer Studenten gestiftet. Denjenigen, welche die Schulgelder nicht bestreiten