Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, zweiter Jahrgang = Jahr 5616 (1855-1856) (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 143 (sequence 146)
- Language
- German
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L43 Anderseits sehen wir Ln der neuen Welt bereits kräftige Anstalten zur Förderung des Judenthums und zur Beförderung religiöser Stimmung ergreifen. Der Tod und die großartigen Vermächtnisse des Judah Touro von New- Orleans ist diesfalls ein folgenreiches Ereigniß. Es hat viele junge Gemeinden in den Stand gesetzt Synagogen zu bauen, namentlich in Cleveland, Hartford, New-Haven re. In Cincinnati und Philadelphia wurden von demselben Fonde neue Schulhäuser; in New-Uork, New-Orleans und Cincinnati neue Spitäler erbaut. — Aus Böhmen eingewanderte Israeliten errichteten jüngst erst einen Tempel in New-Uork nach dem Muster von Wien, nur rn^it Beifügung der Orgel, die von Jakob Neustadt gespielt wird. Auf Antrieb des Di'. I. Wiese soll am Ohio zu Cincinnati eine jüdische Universität errichtet werden. Der Zweck derselben ist die Creirung einer jüdisch-theologischen Fakultät zur Heranbildung guter Prediger, welchen damit gleichzeitig die Gelegenheit zur anderweitigen wissenschaftlichen Ausbildung geboten werden soll. Zur besonderen Befriedigung gereicht es uns anführeu zu können, daß der frühere Herausgeber dieses Jahrbuches, Herr Isidor Busch, welcher sich Ln St. Louis niedergelassen hat, daselbst an jedem Feiertag als Prediger an der dortigen Synagoge fungirt. Dle dortige Cultusgemeinde, größtentheils aus deutschen und böhmischen Auswanderern bestehend, beschenkte. Herrn Busch mit einem ansehnlichen Bauplatze und den nöthigen Baumaterialien zur Aufführung eines Wohngebäudes. Die sehr ansehnlichen Gehalte, welche die in Californien unb Australien gebildeten Gemeinden für ihre ersten Funktionäre aussetzen, beweisen, daß es ihnen Ernst damit ist, ihrem sittlichen Fortschritt die rechte Basis zu verleihen. In der gesetzgebenden Versammlung zu Sidney fand im August vorigen Jahres eine Debatte über die für den Rabbiner zu Sidney aus Staatsmitteln zu bewilligende Subvention von 200 L. statt. Mit 20 gegen 10 Stimmen wurde