Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, zweiter Jahrgang = Jahr 5616 (1855-1856) (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 108 (sequence 111)
- Language
- German
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108 Verschiedenheit der Religion mit so manchen Hindernissen zu kämpfen hat, welche die christlichen Innungen der Aufnahme der Israeliten, sei es als Lehrlinge und Gesellen, sei es als Meister mit undeugsamer Consequenz entgegensetzen. »Soll der verderbliche Schacher und Hausirhandel beschränkt, soll der Jude fürder an eine gemeinnützige Thätigkeit gewöhnt werden, so können Vereine, welche dazu behilflich sind, nicht genug unterstützt und ermuthigt werden; die ersehnte Verschmelzung bleibt freilich erst dem Zeitalter Vorbehalten, wo christliche Liebe im wahren Sinne des Wortes zur Geltung kommen wird; aber es wird die Gesetzgebung stets ehren, wenn sie die Handlungen und Unterlassungen der Staatsangehörigen schon jetzt so normirt, daß sie vor den Postulaten der Humanität ohne Erröthen bestehen können.« Auch der Jahresbericht der Handelskammer für 1853 kam auf das gedeihliche Wirken des Pest-Ofner israelitischen Handwerkvereines mit anerkennenden Worten zurück. Die Schlußstelle lautet: »Bei Beginn der Wirksanckeit des Vereines mußte derselbe die Ausnahme israelitischer Lehrlinge bei christlichen Meistern mit namhaften Summen erkaufen. Dies hat nun. ganz aufgehört, wozu neben dem Geiste christlicher Duldsamkeit auch der Fleiß und die Verwendbarkeit dieser Lehrlinge beigetragen hat. Die Einnahmen des Vereines bestehen aus den jährlichen Beiträgen (von mindestens 2 fl.) feiner Mitglieder und aus freiwilligen Spenden. Hieraus werden die Bekleidung der Lehrlinge, die Anschaffung der Werkzeuge für die Freigesprochenen, die Taren der Aufnahme bestritten und auch armen Handwerksbeflissenen eine mäßige Unterstützung gewährt.« Der Verein hat von 1843 bis 1853 159 Lehrlinge bei verschiedenen Meistern untergebracht. Davon sind 92 freigesprvchen worden, 11 mußten wegen Untauglichkeit