Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, zweiter Jahrgang = Jahr 5616 (1855-1856) (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 75 (sequence 78)
- Language
- German
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75 Würdigung der erprobten Pflichttreue zu Theil ward, unter die ihm werthesten Auszeichnungen. Bei dem Wiederausbruche der Cholera im Jahre 1853 wurdeBurg— am 26. August — eines der ersten Opfer derselben. Er starb in der gottergebenen Zuversicht, die er sein Leben hindurch sich gewahrt hatte. Die Kunde seines Todes, des allgemein gekannten und geliebten Mannes, erfüllte die verschiedensten KreiseBerlinö mit Schreck undTrauer, und das am Montag den 29. August stattgehabte Leichenbegängniß gab lautes Zeugniß von dieser allgemeinen Verehrung und Liebe; aber wahrhaft rührend nnb erhebend mx die schmerzlichfeierliche Theilnahme, welche Vorgesetzte und Cameraden dem dahingegangenen Waffenbruder aus dem letzten Lebenswege zollten. In einer begeisternden und vom Schmerz des Augenblicks durchweg getragenen Rede feierte der Freund des Verstorbenen, Herr Rabbiner Dr. Sachs, das Andenken des Tobten, und bezeichnete in charakteristischer Weise als die Haupttugend des vorzüglichen Mannes die Treue, und zeigte in einer alle Zuhörer tief erschütternden Rede, wie sie der Born aller seiner Handlungen, alle harmonisch beseelte. Wir wünschen, daß dieser Abriß Anlaß zum Ankauf des Buches selbst gäbe, dessen Ertrag einer wohlthätigen Stiftung gewidmet ist, und das uns zur Verbreitung unter unserer israelitischen Jugend besonders empfehlenswerth erscheint. Ein Brief aus Berlin im Juli-Heft 1854 der Frankel'schen Zeitschrift bespricht den Umschlag in der Gesinnung der Juden Berlins, wobei Burg's in folgender Weise gedacht wird: Man setzte eine Art Stolz darein, einem Bekenntnisse treu zu bleiben, auf dessen Demüthigung es abgesehen war. Man braucht nur an die Gestnnungsstärke zweier hervorragender Männer Berlins hinzuweisen, auf den Baurath Sachs, und den jüngst verstorbenen Major Burg, welche trotz vieler Kämpfe nicht nur in ihrem Bekenntnisse beharr-