Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, zweiter Jahrgang = Jahr 5616 (1855-1856) (1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- Seite 62 (sequence 65)
- Language
- German
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62 zen August zum ersteu Lehrer der in Berlirr zu errichtenden Artillerieschule für die erste Claffe derselben ernannt. Schon dadurch, daß dieser Unterricht bisher nur immer von Officieren ertheilt worden war, hatte Burg als bloßer Unterofficier einen harten Stand. Von einer militärischen Subordination konnte keine Rede sein, denn die meisten seiner Zuhörer standen mit ihm auf gleicher Stufe und einige als Porteepee-Fähnriche sogar höher. Aber sein anspruchsloses offenes Benehmen und der gute Geist seiner Schüler brachten ihn darüber hinweg. Sein Unterricht hatte günstigen Erfolg, machte ihn im Artilleriecorps bekannter und brachte ihn seinem Gönner dem Prinzen August noch näher. Aufgemuntert von Officieren, die ihn genauer kannten, meldete er sich getrost und unbefangen für das Eramen zum Artillerieofficier, wurde ohne alle Unrstände angenommett und bestand sie zur völligen Zufriedenheit. Die Vorbereitungen dazu hatten ihm natürlich viele Anstrengungen mtb manche Nacht gekostet, da der Unterricht in der Mathematik auf der Brigadeschule nicht unterbrochen werden durfte. Nach der Flucht Napoleon's aus Elba im Jahre 1815 entbrannte der Krieg aufs neue und Burg glaubte endlich seinen Herzenswunsch erfüllt zu sehen: er wurde zur mobilen Artillerie nach Magdeburg versetzt. Allein so nahe dem Ziele, sollte er es doch nicht erreichen. Das Corps, bei dem er stand, mußte wegen Uneinigkeiten zwischen Blücher und Uork zwischen der Elbe und Weser stehen bleiben; bald darauf wurde die Schlacht bei Belle-Alliance geschlagen und der Feind setzte allen weiteren Hoffnungen das Ziel. Als Ersatz ward ihm endlich am 18. August 1815 nach LVzjahriger Dienstzeit seine Ernennung zum Second- Lieutenant der Artillerie. Die Freude, die er empfand, wurde durch diejenige, die er seiner braven Mutter damit bereitete, noch sehr vergrößert. Nur entsprach dieVersetzung nach Danzig seinen Wünschen nicht, da Ostpreußen eben so wenig, als der lange Seitenmarsch dahin für ihn Reiz hatten. Da wurde er noch in der Nacht, in welcher er den Abschied von